Jülich - Heinz Frey will die Jülicher Bürgerschaft wieder stärker einbinden

Heinz Frey will die Jülicher Bürgerschaft wieder stärker einbinden

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Foto: Uerlings

Jülich. Einen Begriff hört und liest man auffallend oft, wenn Heinz Frey spricht oder schreibt: Bürgerschaft. Seit gut einem Jahrzehnt hat sich der heute 60-Jährige einer Mission regelrecht verschrieben: Die Menschen an der Basis, in den Dörfern und Stadtteilen als kleinsten Einheiten, ansprechen, einbinden und mitnehmen.

Von den etablierten Parteien hat sich Heinz Frey vor etwa eineinhalb Jahrzehnten abgewandt – in seinem Fall von der SPD – und die UWG Jül aus der Taufe gehoben. Die Unabhängige Wählergemeinschaft ist inzwischen die zweitstärkste Kraft im Jülicher Stadtrat und hat ihren Fraktionsvorsitzenden zum Bürgermeisterkandidaten gekürt.

„Die Krise der etablierten Parteien ist in Jülich mittlerweile angekommen“, urteilt Frey über die große Koalition, die er als „Not-Koa­lition“ bezeichnet. Sie suche immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, „und das bedeutet Stillstand“. Das halte die Menschen vom Engagement in der Politik ab. „Da habe ich ein ganz anderes Konzept“, sagt der älteste Bewerber, der sich am 13. September dem Wählervotum stellt. „Ich will Jülich vom Kopf wieder auf die Füße stellen.“

Was soll das bedeuten? Der Kandidat setzt auf dezentrale Lösungen in bestimmten Bereichen. Frey: „Nach meinen Vorstellungen werden Bürgerbeiräte eingeführt, das wäre heute schon möglich. Dann diskutieren die Menschen vor Ort, die an der Sache interessiert sind. Sie finden gemeinsam eine Lösung, die sie dem Stadtrat unterbreiten. Und wer soll einem solchen Sachkonzept dann widersprechen?“

Heinz Frey ist ein Fan des Bürgerhaushalts, der also durch Mitbestimmung der Bevölkerung gestaltet wird, und kann sich Ortsbudgets vorstellen, damit im Jülicher Rathaus „nicht über 500 Euro gestritten wird“. Weil die Bürgerschaft diese Stadt finanziert, solle sie auch mehr direkte Entscheidungsmöglichkeiten bekommen. Der Jül-Kandidat für das Bürgermeisteramt legt sich daher auch für den Fall seiner Wahl fest: „Wir brauchen eine Stabsstelle für bürgerschaftliches Engagement, dafür sorge ich als Erstes.“ Die soll quasi die einzelnen Maßnahmen in den kleinen Einheiten koordinieren und helfen.

Wenn also buchstäblich „vor Ort“ schon vieles geregelt werde, dann könnte sich der Stadtrat mit seinen Ausschüssen auch den wichtigen Fragen widmen. Zu diesem Themenkreis zählt er Attraktivierung der Innenstadt für Kunden, Gewerbe- und Baugebiete, die Sauberkeit und Pflege, eine spätere Ausweitung des Bürgerbusangebotes (für Dörfer und junge Leute) und als langfristiges Projekt die Wiederanbindung der Stadt über die Schiene nach Aachen und Düsseldorf.

„Ich weiß genau, dass das nicht in einer Amtszeit von fünf Jahren zu schaffen ist. Aber die Weichen müssen jetzt gestellt werden.“ Die marode Finanzlage der Stadt wertet Frey selbstredend als Handicap. „Deshalb müssen wir gewisse Standards absenken und da Geld geben, wo es durch Eigenleistung und Sponsoren vervielfacht wird.“ Die schnelle Vermarktung von Baugrundstücken (alte FH) sieht er auf der Einnahmeseite.

Der gebürtige Merzenhausener ist verheiratet und hat drei Kinder. Heinz Frey blickt auf 22 Jahre politische Arbeit im Jülicher Rat. Er war 36 Jahre Lehrer und ist seit 2013 selbstständiger Berater. Auch mit 60 Jahren sieht er sich im Falle der Wahl nicht zwingend als Bürgermeister nur für eine Amtszeit.

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