Jülich - „Heimat shoppen“ soll auch im Jülicher Handel Zeichen setzen

„Heimat shoppen“ soll auch im Jülicher Handel Zeichen setzen

Von: ptj
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Erstmalig tagte die Werbegemeinschaft Jülich in den Räumen der Stadtwerke. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Ich hätte mir gewünscht, ein paar mehr Mitglieder begrüßen zu dürfen, wegen der Aktualität der Tagesordnung“, sagte Ute Werner, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Jülich, bei der Jahreshauptversammlung, die erstmalig in den Räumen des „sehr, sehr starken Mitglieds“ Stadtwerke tagte.

Im Parkplatzbereich sorgte das „Bar-Eventmobil“ beim „Get-Together“ für kühle Getränke. Anlass war vor allem die Einladung der Werbegemeinschaft an die sechs Bürgermeisterkandidaten. Fünf waren ihr gefolgt: Heinz Frey, Axel Fuchs, Jürgen Laufs, Michael Lingnau und Frank Peter Ullrich stellten in je fünfminütigen Kurzreferaten ihre Konzepte zu den Themen Einzelhandel und Innenstadtbelebung in Jülich vor – in alphabetischer Reihenfolge.

Über eigene Impulse darf die „stabile“ 90-köpfige Werbegemeinschaft nicht klagen, die in der Versammlung ihre beiden Beisitzer Andreas Inglsperger und Thorsten Baulig einstimmig wiederwählte. Zunächst steht am 11. und 12. September in der Herzogstadt die Aktion „Heimat shoppen“ ins Haus, die Guido Schröder vom Zeitungsverlag Aachen vorstellte.

Mit starken Partnern wie den Einzelhandelsverbänden Aachen, Düren und Köln, Tageszeitungen und SuperSonntag sollen die Verbraucher sensibilisiert werden, ihr Kaufverhalten zugunsten der Geschäfte vor Ort zu überdenken: „Wir wollen keinen Kampf gegen das Internet führen, sondern Zeichen setzen. Nicht das Internet schadet, sondern der Verbraucher mit seiner Entscheidung“, sagte Schröder. Dieses Statement wurde allerdings später von Wolfgang Hommel kritisiert, der die Marktmacht des Online-Großversandhandels „Amazon“ gegen den stationären Handel auf den Punkt brachte.

Ute Werner regte zu einer anderen Denkweise an, nämlich aus dem Angebot des Internethandels für sich selbst die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der Vorstand der Werbegemeinschaft hat stolze 8500 Papiertüten bestellt, die im Rahmen der Imagekampagne mit dem „Heimat-shoppen“-Logo kostenlos an Kunden ausgegeben werden sollen.

Ein Getränkewagen vor dem Café „Liebevoll“ wird am 12. September ab 10 Uhr zu Freigetränken, Gutscheinausgabe und Kundengesprächen einladen. Später schlug Antje Müller anstelle der Papiertüten eine länger verwertbare, gemeinsam aufgemachte „Stadttüte“ vor. Hier sind weitere Überlegungen geplant.

In ihrem Geschäftsbericht rief Ute Werner den „netten Abend“ in den Räumen der Sparkasse anlässlich des Goldenen Vereinsjubiläums und den „hervorragenden Abschluss“ am Getränkewagen im Gespräch mit den Kunden in Erinnerung. In diesem Zusammenhang schlug sie auch „mal Aktionen außerhalb der Stadtfeste“ vor und nannte beispielhaft das „Marktfrühstück“ in Mainz. „Es ist an der Zeit – auch für Händler –, dass man sich bewegt“, sagte sie.

Als doppelte Chance für die Belebung der Innenstadt sieht die Werbegemeinschaft einen Investor am Walramplatz und das Kreishaus Nord. Werner wünscht sich zudem eine „nette Gastronomie im italienischen Flair mit Außenterrasse zum Marktplatz“. Ferner begrüßte sie den in Arbeit befindlichen „Senioreneinkaufsführer“, der spezielle Serviceleistungen von Geschäften für Senioren benennt. Diese Aktion werde die Werbegemeinschaft „mit einem kleinen Betrag unterstützen“ – genauso wie die Aktionen Bürgerbus und „Lokale Allianz Demenz“.

Künftig wollen sich die Gewerbetreibenden an den Arbeitskreisen „Kunst und Forschung“ sowie „Zukunftsstadt Jülich“ beteiligen. Beispielhaft für andere Städte sei das Online-Portal „meinjuelich.de“. Begonnen mit 35 Anbietern, stellten dort inzwischen 68 Geschäfte ihre Angebote ein. Zeitnah sollen sie auch Videos zur lebendigeren Gestaltung der Plattform einfügen können. Dieser „Support“ wird von den Stadtwerken mitgetragen.

Im Arbeitskreis noch „feinjustiert“ werden soll die Einführung einer speziellen „Ein-Euro-Münze“, die „situativ zugeordnet die Verbindung vom digitalen zum realen Einkauf herstellen soll“. Auf dem Jülicher Online-Portal-Beispiel fußt ein Vortrag bei der IHK Aachen am 16. September um 19 Uhr unter der Überschrift: „Wie geht stationärer Handel heute?“ Auch um den fünf Wochen dauernden Jülicher Weihnachtsmarkt „werden wir beneidet“, betonte Werner.

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