Schophoven - Heilige Barbara eine mutige Frau mit Vorbildcharakter

Heilige Barbara eine mutige Frau mit Vorbildcharakter

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Am zweiten Advent feierte die Schophovener St. Barbara Pfarrgemeinde das Namensfest ihrer Patronin mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Pastor Josef Wolff und Pfarrer Daniel Müller-Thór gemeinsam zelebrierten. Foto: Jagodzinska

Schophoven. Am zweiten Adventssonntag feierte die Schophovener St. Barbara-Pfarrgemeinde ihr Patronatsfest mit einem ökumenischen Gottesdienst.

Neben der Gemeinde und der Kirchengemeinde Schophoven wirkten die Evangelische Kirchengemeinde Inden-Langerwehe, die Bezirksgruppe Inden des „Rings der Bergbauingenieure“(RDB), der Tagebau Inden und der Familienchor der Pfarre St. Martinus D‘horn an der festlichen Gestaltung mit.

Der RDB-Vorsitzende Herbert Zimmermann erinnerte zu Beginn des von Pastor Josef Wolff von der Pfarrei Heilig Geist Jülich und Pfarrer Daniel Müller-Thór von der Evangelischen Kirchengemeinde Inden-Langerwehe zelebrierten Gottesdienstes an die Lebensgeschichte der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute: „Auf diese mutige Frau schauen wir heute und überlegen, wo sie uns Vorbild in unserem Leben sein kann.“

Dass es dazu gerade in der heutigen Gesellschaft viele Möglichkeiten gibt, wurde im weiteren Verlauf überdeutlich. Was ein evangelischer Pfarrer wohl zur Heiligen Barbara predigen würde, war nicht nur für Pastor Josef Wolff eine spannende Frage.

Zeichen der Gemeinschaft

Die Hoffnung auf über die Legende hinausgehende Erkenntnisse wurde nicht enttäuscht. An blühende Kirschbaumzweige seiner Kindheit erinnerte sich Pfarrer Daniel Müller-Thór, die am Barbaratag in warmes Wasser gestellt zu Weihnachten in weißer Pracht erblühten. Diesem Brauch folgend brachte er einige Zweige mit und stellte sie neben die Barbara-Statue, so wie er es später auch in Inden tun sollte, um ein Zeichen der Gemeinschaft zu setzen: „Egal welcher Konfession wir angehören, zuallererst sind wir Christen.“

Als Christen deutlich Stellung zu beziehen, das habe Barbara vorgelebt, übertragen auf die moderne Zeit heiße dies, nicht den Demagogen das Feld zu überlassen. So könne man in unserer Mitte keine Menschen tolerieren, in deren Parteiprogramm diskriminierende Standpunkte verankert wären. Als Beispiel zitierte er aus dem Programm der AfD, in dem plakativ gefordert wird, gegen die vorgebliche demografische Fehlentwicklung mit einer konfliktträchtigen Masseneinwanderung vorzugehen.

Vielmehr müsse mittels einer „aktivierenden Familienpolitik“ eine höhere Geburtsrate der einheimischen Bevölkerung als einzig tragfähige Lösung erreicht werden. „Irgendwie kommt mir das bekannt vor, Kinder für das Vaterland zeugen“, warnte Müller-Thór vor einer gefährlichen Entwicklung und vertrat offensiv den Standpunkt: „Die Werte der AfD entsprechen nicht den Evangelien, sie ist für Christen nicht wählbar.“

Gegen Gewalttätigkeiten

Stellung beziehen so wie Barbara, dieses Hauptmotiv der Predigt schloss auch den Verzicht auf Gewaltanwendung ein. So betonte der evangelische Geistliche, dass die Gewalttätigkeiten im Hambacher Forst abzulehnen seien, man es sich aber auch nicht leisten könne, dass mehr und mehr Menschen ins Abseits gedrängt würden, denn: „Ich bin mir sicher, dass jeder Mensch zu etwas taugt.“

Im Anschluss an den Gottesdienst marschierte man mit Musikbegleitung zum Dorfgemeinschaftshaus, in dem sich das Patronatsfest mit einem gemütlichen Beisammensein fortsetzte.

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