Haushalt profitiert von positiver Wirtschaftsentwicklung

Von: Antonius Wolters
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Aldenhoven. Solch ein positives Urteil zum Haushalt für das laufende Jahr aus dem Mund des Kämmerers Michael Ossenkopp hat der Aldenhovener Gemeinderat selten gehört.

„Es läuft prima“, beendete Ossenkopp bei der jüngsten Ratssitzung seinen obligatorischen Bericht zur Ausführung des Haushaltes, der mit einigen positiven Zahlen verbunden ist.

So legt die Gewerbesteuer durch Zahlungen aus Vorjahren um knapp eine halbe Million Euro zu plus 50.000 Euro aus der Verzinsung. Beim gemeindlichen Anteil an der Einkommensteuer gibt es gegenüber der ursprünglichen Prognose ein Plus von rund 200.000 Euro auf insgesamt rund 5,9 Millionen Euro in diesem Jahr. Für 2018 werden hier sogar 6,2 Millionen Euro prognostiziert.

Weitere Haushaltsverbesserungen macht Ossenkopp bei Personalaufwand und Zinsen (jeweils 190.000 Euro)sowie bei den Zuweisungen durch den Kreis Düren (120.000 Euro) aus. Demgegenüber habe die Gemeinde ihren Bestand an Darlehen innerhalb von zehn Jahren von rund 14 Millionen Euro in 2007 auf jetzt 9,5 Millionen Euro abgeschmolzen, für die langfristig ein günstiger Zinssatz gesichert worden ist.

Der Kämmerer erklärt die langsame Gesundung der Gemeindefinanzen, die mit bislang rund 5,6 Millionen Euro aus dem Stärkungspakt gepäppelt worden sind, auch mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, wo zuletzt die Prognosen kräftig angehoben worden sind. Mit entsprechend nach oben angepassten Werten rechnet er bei der nächsten Steuerschätzung im November.

Doch neben Licht fallen auch Schatten auf den laufenden Etat: Als Haushaltsverschlechterungen führt Michael Ossenkopp die Abrechnung der Jugendamtsumlage 2016 (67000 Euro), die Gebührenhaushalte (100.000 Euro) und die höhere Gewerbesteuerumlage (70.000 Euro) auf.

Weitere Veränderungen, die den laufenden Haushalt berühren, sind Zuweisungen und damit auch die Aufwendungen im Bereich Asyl, die sich um rund 400.000 Euro reduziert haben und mögliche Einsparungen, die sich durch die vorläufige Haushaltsführung ergeben haben, als die Gemeinde mehrere Monate ohne genehmigten Haushalt wirtschaften musste und nur die nötigsten Ausgaben tätigen durfte.

Schon mit Blick auf den Haushalt 2018, der laut Kämmerer in der November-Ratssitzung eingebracht werden soll, projizierte Ossenkopp zwei Artikel aus unserer Zeitung an die Wand, die sich mit der Finanzsituation des Kreises Düren beschäftigen, der mit seiner Kreis- und Jugendamtsumlage großen Einfluss auf den gemeindlichen Haushalt hat.

Namentlich der Artikel, wonach der Kreis seinen Überschuss von rund 13 Millionen Euro – 650.000 Euro davon hat die Gemeinde Aldenhoven getragen – in die Rücklage stecken wolle, machte bei einzelnen Ratsmitgliedern mächtig Alarm. „Wenn der Kreis Geld braucht, holt er sich das mit der Kreisumlage bei den Kommunen“, argumentierte FWG-Fraktionsvorsitzender Dieter Froning. „Wir haben somit Anspruch auf Überschüsse“, warf er Landrat Spelthahn vor, hier Nebelkerzen zu werfen. Die Entscheidung wird in dieser Woche auf der Sitzung des Kreistages fallen.

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