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Haus Overbach: Trennung vom Geschäftsführer

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Schlossidylle in Overbach: Hier sitzt die Verwaltung des Großkomplexes, hier arbeitete bis vor kurzem auch Ralf Stutzke. Foto: Uerlings

Jülich. Die Ära des weltlichen Leiters in Haus Overbach ist nach eineinhalb Jahren beendet. Geschäftsführer Ralf Stutzke, der als Betriebswirt die Geschicke im Barmener Komplex leitete, ist „aus privaten Gründen“ gegangen. Das hat Pater Josef Költringer als Hausoberer für den Orden auf unsere Anfrage gestern so dargestellt.

Die Trennung sei „im besten Einvernehmen“ erfolgt, heißt es in der Mitteilung der Oblaten des heiligen Franz von Sales weiter. Költringer selbst ist Nachfolger von Stutzke, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion gestern darlegte.

Ganz so freundschaftlich soll die stille Trennung von dem Kaufmann, der den defizitären Betrieb auf Vordermann bringen sollte, allerdings nach Informationen unserer Zeitung nicht über die Bühne gegangen sein. Stutzke war eingestellt worden, um die Strukturen zu verändern.

Das hat er getan, wovon allerdings vor allem die „zivilen“ Mitarbeiter nicht begeistert waren, die versetzt worden sind oder denen gekündigt worden ist. Sie sprachen von zerschlagenen Strukturen. Das war und ist seit Stutzkes Amtsantritt zu hören gewesen. Es muss auch etliche Klagen gegen Entlassungen gegeben haben. Im vergangenen Jahr hatte Stutzke sein Ziel so beschrieben: „Es geht um die Minimierung von Verlusten“ – und nicht um Gewinnsteigerungen.

In einem anonymen Schreiben, das die Redaktion erreichte, ist die Rede davon, dass sich auch Lehrer über den Geschäftsführer beschwert haben sollen. Das wurde auf unsere Nachfrage weder von Schulleiter Heinz Lingen noch vom Hausoberen bestätigt.

Finanziell ruhiges Fahrwasser hat Overbach aber noch lange nicht erreicht. Man muss sich den Komplex dreiteilig vorstellen: Da ist zum einen das Gymnasium, das zum überwiegenden Teil durch das Land finanziert wird und vom Orden einen kleinen sechsstelligen Trägeranteil erhält. Das dürften die Oblaten auch künftig stemmen können. „Die Schule ist außen vor, und dem Orden selbst geht‘s ganz gut“, sagte Pater Költringer gestern über den zweiten Overbacher Bereich, zu dem natürlich das Kloster gehört.

Teil drei ist der problematische: das ehemalige Internat, das mit hohem Aufwand in eine Tagungsstätte umgebaut wird, die im April eröffnet werden soll und auch das Science College. Költringer dazu: „Mit der Schließung des Internates sind uns natürlich Mittel abhanden gekommen, außerdem haben wir investiert.“ Beide Effekte hätten dazu geführt, dass „2012 keines der positivsten Jahre in finanzieller Hinsicht gewesen ist“.

Das Science College habe sich im abgelaufenen Jahr „nicht getragen“, weil durch die Baumaßnahmen Übernachtungskapazitäten gefehlt hätten. „Wir mussten Kurse aus diesem Grund absagen“, so Pater Josef Költringer weiter. Fünf Millionen Euro habe der Orden in die Immobilien gesteckt, also in Um- und Ausbau sowie Haustechnik. Der Hausobere und Geschäftsführer des Tagungsbereiches ist sehr optimistisch, dass sich die Situation ändert: „Der Umbau ist im ­April abgeschlossen und steht zur Verfügung. Dann kommt wieder was rein.“

Raus ist seit dem Jahresende Ralf Stutzke, der als Protestant eineinhalb Jahre für eine Einrichtung der katholischen Kirche gearbeitet hat. Der Orden: „Der Oblaten des hl. Franz von Sales e.V. bedankt sich bei Herrn Stutzke für die gute Zusammenarbeit und wünscht ihm weiterhin beruflich und privat viel Erfolg und alles Gute.“

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