Haus der Glasmalerei: Der Schatz wird größer

Von: ojo
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Dr. Myriam Wierschowski kann aus dem Vollen schöpfen, wenn sie das Glasmalerei-Museum „umdekorieren” möchte. Foto: Jonel

Linnich. Wenn Dr. Myriam Wierschowski häufigen Tapetenwechsel liebte, könnte sie diesen Wunsch in „ihrem” Haus grandios ausleben. Der Werksschatz des Deutschen Glasmalerei-Museums in Linnich ist mittlerweile so opulent, dass mehrfaches Umdekorieren der Ausstellungsflächen zumindest theoretisch möglich wäre.

Insofern ist es nicht erstaunlich, dass sich die Innenansicht in dem ehemaligen Mühlengebäude ab Februar neu präsentiert.

Nach der gerade beendeten Hubert-Spierling-Retrospektive ist Haus- und Ausstellungstechniker Jürgen Vekens bereits mit der handwerklichen Seite der Folgeausstellung beschäftigt. Ab Februar wird die laufende Dauerausstellung mit einem Überblick über die Glasmalerei vom mittelalter bis in die Gegenwart um eine Fassette erweitert.

„Wir haben gesehen, dass wir eine wunderbare Sammlung von moderner Glasmalerei haben”, schwärmt die Museumsleiterin. Besonders die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts sei in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus genommen worden. Aufgefallen war allerdings eine „kleine Lücke” zur Glasmalerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Das war aber gerade die Zeit der revolutionären Veränderung”, betont Myriam Wierschowski diese künstlerisch spannende Phase.

Gezielt wurde der Fundus des Linnicher Museums in den vergangenen Jahren mit Werken aus dieser Zeit vergrößert. Den Rücken und das Portmonee der Aufkäuferin stärkten neben dem Förderverein und der Stiftung des Glasmalerei-Museums ebenfalls die NRW-Stiftung. Letztere ist nicht zuletzt einem eindringlichen Rat der Linnicher Kuratorin gefolgt. „Amerikanische Sammler kaufen alles weg, was sie bekommen können”, schildert Myriam Wierschowski einen „Abwanderungstrend” im Bereich der Glasmalerei. „Hier verschwindet Kulturgut!”, warnte sie und wurde erhört. Ein ganzes Konvolut an Werken konnte für das Glasmalerei-Museum erstanden werden.

Ergänzt werden die Aufkäufe durch zum Teil außerordentliche Schenkungen, beispielsweise die Entwurfsskizzen von Hubert Berke.

Zu sehen sind von Februar bis April im Glasmalerei-Museum nicht nur ausdrucksstarke Epochen-Botschafter kunstvoller Glasmalerei, sondern auch die Belege dafür, dass die musealen Triebfedern - bewahren, pflegen, sammeln, vermitteln - in Linnich gut geölt sind.
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