Aldenhoven - Hauptausschusse: Der Unmut der Bürgerschaft ist unüberhörbar

Hauptausschusse: Der Unmut der Bürgerschaft ist unüberhörbar

Von: ahw
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Gut gefüllt war am Mittwochnachmittag der Sitzungssaal bei der Anhörung von Beschwerdeführerrn zum Aldenhovener Haushaltsplan. Foto: Wolters

Aldenhoven. Die zusätzlichen Plätze, die im Aldenhovener Sitzungssaal geschaffen worden waren, um möglichst vielen Bürgern eine Sitzgelegenheit zu bieten, die ihrem Unmut gegen die drastische Erhöhung der Grundsteuer B persönlich Luft machen wollten, wurden am Ende nicht benötigt.

 Doch von insgesamt 264 Beschwerdeführern, die eine Einladung zu der Sitzung des Hauptausschusses erhalten hatten und dort Rederecht genossen, waren rund zehn Prozent gekommen, die teilweise Kritik übten, teilweise aber lieber schwiegen und die Diskussion verfolgten.

„Der Sprung tut schon weh“, sagte etwa eine junge Mutter, die beide Kinder mitgebracht hatte und Sorge hat, dass die vor drei Jahren getroffene Entscheidung zu bauen angesichts der steigenden Abgaben vielleicht ein Fehler war. Ähnlich äußerten sich andere – egal, ob Hausbesitzer oder Mieter, deren Nebenkosten stetig höher geschraubt werden.

„Man hat eine Kuh gefunden, die man gut melken kann – es reicht“, hielt eine andere Frau mit ihrem Protest nicht lange hinterm Berg. Zumal, was oben sei, auch oben bleibe.

„Ich bin sehr entsetzt. Ich würde hier kein Haus mehr kaufen“, klang die Kritik an den enormen Abgaben in Aldenhoven aus dem Mund eines weiteren „Wutbürgers“ besonders drastisch.

Und was sagten die Vertreter aus Politik und Verwaltung dazu? Die äußerten einerseits großes Verständnis für den Unmut und die Ängste der Bürger, versuchten auch die Hintergründe für diese Maßnahme aufzuhellen und sind offenbar wild entschlossen, bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag einen defizitären Haushalt zu verabschieden mit allen Konsequenzen, die das für die Gemeinde nach sich ziehen würde. So wollen sie verhindern, den Bürgern einen unzumutbaren Satz bei der Grundsteuer B zumuten müssen.

„Wir wollen nach außen aufrütteln“, sagte Bürgermeister Ralf Claßen an einer Stelle und an einer anderen: „Wir müssen laut werden!“ Ein Verstoß gegen das Stärkungspakt-Gesetz wäre sicher solch ein Paukenschlag, der bis nach Düsseldorf zu hören wäre.

„Uns kann nur der Kreis retten“, wurde ebenfalls in die Diskussion geworfen, doch aus Düren wird anscheinend schon länger kein weißer Ritter mehr erwartet, der die kommunalen Finanzen rettet. Ein Vorschlag an die Bürger lautete deshalb, auch Beschwerden gegen den Kreishaushalt auf den Weg zu bringen, der am Donnerstag im Kreistag eingebracht wird und sich über eine Umlage finanziert, die die Kommunen aufbringen.

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