Hasen: Heftige Prügel fester Bestandteil des Liebesspiels

Von: dmd
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Günter Rosenland, Forstamtmann bei RWE Power: „Der Hase fühlt sich in den Sandflächen des Tagebaus wohl, sitzt sogar in den Kohleflöze“. Hier dürfen sich indes keine Spaziergänger aufhalten. Foto: Mengel-Driefert

Hambach. An Ostern ist der Hase das Symboltier schlechthin. Er ist es, der in den Supermarktregalen den Weihnachtsmann ablöst. Und er ist es, der die Kinder mit Eiern und Süßigkeiten überrascht. Warum der Hase im Volksbrauchtum die Eier bringt, ist nicht wirklich geklärt. Vielleicht hat das mit der Fruchtbarkeit oder dem typischen Paarungsverhalten zu tun.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hat dazu die Möglichkeit beispielsweise auf der Sophienhöhe. Dort tummeln sich Hasen und Kaninchen im Wald, im Tagebau, auf Freiflächen oder an Wiesenrändern. Im Moment sei die Population zwar gering, sagt Günter Rosenland, zuständig für die Rekultivierung, RWE Power AG, doch mit etwas Glück kann der Spaziergänger den einen oder anderen Hasen hoppeln sehen. Spätestens in der Paarungszeit ab Januar tauchten sie regelmäßig auf, liefen meist zu dritt hintereinander her. Wer Geduld mitbringt, kann auch die typischen Paarungsrituale beobachten. Die Tiere – Weibchen wie Männchen – setzen sich auf die Hinterläufe, machen sich groß, und – das ist kein Scherz – verhauen sich. „Die prügeln sich richtig“, sagt Rosenland ernst, man könne sich das schlimmer nicht vorstellen. Im Kampf mit dem Nebenbuhler trommeln sie zudem mit den Vorderläufen auf den Boden.

Rammler und Häsin sind gleich groß, um die 50 bis 60 Zentimeter lang. Kaninchen sind deutlich kleiner. Der Schwanz heißt Blume, die Ohren Löffel, das ist mehr oder weniger bekannt. Der Höhepunkt der Paarungszeit ist im April und Mai. Die Tragezeit beträgt sechs Wochen, die Häsin setzt vier mal im Jahr einen Satz von zwei bis vier Jungen. In der Regel überleben nur wenige. Hasen sind fruchtbare Tiere, doch nicht nur das, sie sind doppelt fruchtbar. Der Fachbegriff lautet Superfötation. Wenn die Häsin trächtig ist, kann sie erneut befruchtet werden. Zwei Tragesäcke machen es möglich. Die Jungen sind von Anfang an behaart und können sehen. Die Häsin verteilt ihre Jungen im Gelände, legt sie in Mulden, den sogenannten Sassen. Anders die Kaninchen, sie werden nackt geboren, sind kurz nach der Geburt blind, werden im Bau geboren. Der natürliche Feind der Hasen und Kaninchen sind Fuchs, Marder, Iltis, Greifvogel oder der Wiesel. Noch mehr setzt die Landwirtschaft mit Maschinen den Tieren zu. Meister Lampe läuft bei Gefahr nicht weg, er verharrt verschreckt in seiner Stellung.

Auch Krankheiten verringern die Population. Myxomatose bei Kaninchen ist so eine. Es ist eine Augenkrankheit, die über Stechmücken, Flöhe oder über den direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen wird. „Die Tiere leiden elendig“, sagt Rosenland, setzt hinterher: „Der Fuchs hat leichtes Spiel.“

Ein schöner Weg für die Hasen- und Kaninchenexkursion an Ostern ist der ausgeschilderte Obstweg auf der Sophienhöhe. Zahlreiche Narzissenzwiebeln liegen im Boden, die punktgenau zum Fest in gelber Blüte stehen. Hasen gibt es hier auch, Günter Rosenland hat sie in diesem Jahr schon gesichtet.

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