Handgemenge im Jülicher Flüchtlingscamp

Von: -vpu-
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Campleiterin Sabine Günnel sah am Montag ein Handgemenge, aber keine Schlägerei. Foto: -vpu-

Jülich. Zwei irakische Familien sind sich am Dienstagabend in der Jülicher Flüchtlingsunterkunft auf der Merscher Höhe in die Haare geraten. Nach einer anfänglich verbalen Auseinandersetzung stießen von beiden Familien Mitglieder hinzu und es kam zu einem Handgemenge. An dessen Ende klagten vier Personen über Verletzungen, sie wurden im Krankenhaus Jülich untersucht.

Sie wurden am Mittwoch bereits zurück in die Unterkunft gebracht. Diese Informationen erhielt unsere Redaktion nach Rücksprache mit der Bezirksregierung Köln – zuständige Behörde für die Landeseinrichtung in Jülich – und der Campleiterin Sabine Günnel vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Jülich.

Ursächlich war nach Darstellung von Sabine Günnel ein Streitgespräch zwischen zwei Frauen, die zwar beide aus dem Irak stammen, aber unterschiedliche politische Gesinnungen vertreten. Eine von beiden ist schwanger. Beide Familien sind seit Ende Dezember auf der Merscher Höhe untergebracht. Die Auseinandersetzung hatte laut Sabine Günnel persönliche und politische Gründe. Zu den streitenden Frauen seien die Männer geeilt und danach auch die Kinder.

„Es war schon lautstark“, sagte die Camp­leiterin. Darstellungen einer „Schlägerei“, die am Mittwoch schon in den sozialen Medien kursierten und entsprechend diskutiert wurden, widerspricht sie energisch. „Es hat keine Faustschläge gegeben.“ Die Streitenden hätten sich geschubst und festgehalten. Niemand sei zu Boden gefallen. „Aber wir sind grundsätzlich gehalten, auch bei solchen Szenarien die Polizei zu verständigen.“

Die Ordnungshüter waren ebenso wie zahlreiche Sanitäter, Ärzte und Rettungswagen schnell vor Ort, so dass schon von einem größeren Aufgebot gesprochen werden kann.

Das Deutsche Rote Kreuz und die Bezirksregierung haben am Mittwoch nach Lösungen gesucht, „wie solche Vorkommnisse zu verhindern sind“, sagte Freia Johannsen (Pressestelle RP Köln). „Beide Familien werden unsere Einrichtung heute Nachmittag verlassen und getrennt voneinander untergebracht. Das ist in solchen Fällen eine gebräuchliche Vorsichtsmaßnahme“, informiert Sabine Günnel über das Gesprächsergebnis.

Seit dem Wochenende sind ­übrigens laut Campleiterin weitere Flüchtlinge in Jülich angekommen. Das Camp beherbergt nun 256 Menschen.

Hinweis: In einer ersten Version des Artikels stand, die Auseinandersetzung habe am Montagabend stattgefunden. Tatsächlich hat sie sich am Dienstag ereignet. Wir haben unsere Angaben korrigiert.

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