Hacker spioniert 100 Mädchen aus

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Hacker Schülerinnen ausspioniert
Ein Hacker aus dem Raum Aachen soll 150 Schülerinnen ausspioniert haben. Foto: ddp

Aachen. Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein Hacker aus dem Raum Aachen soll in die Computer von etwa 100 Mädchen eingedrungen sein und die Kinder über Webcams ausspioniert haben. Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte die Ermittlungen.

Laut Oberstaatsanwalt Robert Deller habe es einen „vergleichbaren Fall im Bereich der Staatsanwaltschaft bislang nicht gegeben”. Zur Zahl der Opfer äußerte er sich nicht. Der Verdächtige sei 44 Jahre alt und stamme aus dem Raum Aachen, aber nicht aus der Stadt selbst.

Er sei wegen mehrerer Bagatelldelikte vorbestraft, aber bislang nicht als Sexualverbrecher in Erscheinung getreten. Da keine Fluchtgefahr bestehe, sei der Mann auf freiem Fuß. Ihm droht bei Verurteilung wegen „Ausspähens von Daten” eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Die Spähattacke aufgedeckt hat Thomas Floß vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD). Der Elektrotechniker aus dem westfälischen Versmold hält in Schulen regelmäßig Vorträge, um Kinder und Jugendliche für den Datenschutz zu sensibilisieren. „Zwei Mädchen erzählten, dass die Kontroll-Leuchte an ihren Webcams nicht ausgeht”, erklärte Floß der Deutschen Presse-Agentur.

Als der Experte die Computer untersuchte, entdeckte er schädliche Programme - sogenannte Trojaner -, die im Hintergrund die Geräte steuerten. Die Software habe der Täter offenbar über den Chat-Dienst ICQ verbreitet: Zunächst knackte er das Nutzerkonto eines Schülers, dann versandte er mit dessen Adresse ein Bild. Wer es öffnete, hatte die Trojaner auf dem Rechner, so Floß. Floß konnte die Spur in die Region Aachen zurückverfolgen und erstattete Anzeige.

Das „Westfalen-Blatt” berichtete zunächst, 150 Mädchen seien betroffen, darunter 60 Schülerinnen aus dem Kreis Gütersloh. Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigt etwa 100 Fälle. Der Täter hatte es vor allem auf Mädchen abgesehen - Jungen seien nur selten betroffen, berichtete Datenschützer Floß. Er geht davon aus, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. „Ich habe 50 bis 60 Schulen besucht - jedes Mal hat sich mindestens eine Schülerin gemeldet, bei der solch ein Problem aufgetreten ist. Und viele andere trauten sich nicht, davon zu sprechen.”
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