Gypsy-Quartett in der Alten Kirche

Von: Kr.
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Zwei musikalische Welten ginge
Zwei musikalische Welten gingen beim Konzert des Stephan-Eisel-Quartett in der Alten Kirche in Körrenzig eine spannende Symbiose ein. Foto: Kròl

Körrenzig. Wenn eine sprechende Klarinette auf eine singende Gitarre trifft, entsteht ein Zauber, der berührt und manchmal auch staunen lässt.

Mit seinem Programm „ Gypsy Swing meets the Klezmer” war das Joscho Stephan/Helmut Eisel-Quartett zu Gast in der Körrenziger Alten Kirche. Zwei Meister ihres Faches, der eine ein Ausnahme-Klarinettist der andere ein begnadeter Akustikgitarrist, schufen Berührungspunkte und ließen zwei musikalische Welten zu einer mitreißenden Symbiose zusammenfließen.

Seit vielen Jahren hat sich Joscho Stephans dem Gypsy-Swing verschrieben, einem virtuosen Stil mit Einflüssen eines Django Reinhardt. Helmut Eisel dagegen widmet sich dem Klezmer, der jüdischen Volksmusik.

Beide Musikrichtungen sprühen vor Lebensfreude und Virtuosität. Während beim Gipsy Swing Einflüsse aus New-Orleans-Jazz , dem französischen Walzer und der traditionellen Spielweise der Roma in eleganter Weise zum Tragen kommen, erinnert die Klezmer Musik mit ihren Melodielinien an die menschliche Stimme, die lachen und weinen kann und manchmal auch ganz schön schräg daherkommt.

Neben den beiden Solisten sorgten Günter Stephan an der Rhythmusgitarre und Max Schaaf am Kontrabass für die rhythmische Balance und bei den solistischen Ausflügen für ein Gegengewicht. Das Quartett präsentierte neben Eigenkompositionen, Titel die eigentlich jeder schon einmal gehört hat, aber in einem ganz neuen Gewand glänzten, wie „Bei mir bist du scheen”, oder Django Reinhardts unvergessene Komposition „Dinette”.

Mit dem Klezmer-Klarinettisten Helmut Eisel hat sich für Joscho Stephan seit 2009 eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt. Beide Musiker lassen sich nicht in ein enges musikalische Korsett zwängen und begehen neben ihrer Musikrichtung immer wieder neue Wege. So reihten sich in Körrenzig Elemente der Klassik an Folklore, Swing an Walzerklänge.

Zudem gab es Kostproben aus ihrem brandneuen Album, das im Herbst erscheinen wird. „Es war eigentlich Zufall, dass wir zusammenkamen, dabei ist etwas ganz Neues entstanden, was uns beiden viel Spaß macht”, sagt Joscho Stephan. und sein Partner Helmut Eisel fügt hinzu: „Es gab in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in den USA einen Versuch, eine Schnittstelle zwischen Klezmer und Jazz zu schaffen. Doch durch den späteren Zweiten Weltkrieg schlief die Sache wieder ein. Wir wollen diese Bemühung mit unserer Musik fortsetzten.”

Der Verein „Rettet die alte Kirche Körrenzig” eröffnete mit diesem umjubelten Konzert die neue Veranstaltungsreihe „Kultur in der Alten Kirche”. Es folgt am Freitag, 24. August, um 19.30 Uhr „Von Fürsten und Ganoven”, ein Konzert mit den Juliacum Brassers aus Jülich.

Am Freitag, 14. September, um 19.30 Uhr folgt der Vortrag „Die alte Pfarrkirche St. Peter in Körrenzig - Archäologische und bauhistorische Untersuchungen”. Referent ist Simon Matzerath, M. A., aus Körrenzig.
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