Gynäkologie: Jülich stimmt Schließung zu

Von: -vpu-
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Das Krankenhaus Jülich insgesamt ist der Jülicher Kommunalpolitik wichtig, daher stimmt sie der Schließung einer Abteilung nun zu. Foto: Uerlings

Jülich. Schweren Herzens zwar, aber mit großer Mehrheit hat die Jülicher Kommunalpolitik der Schließung der geburtshilflichen und gynäkologischen Abteilung am St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich den Weg geebnet.

Der Haupt- und Finanzausschuss segnete am Mittwoch eine Dringlichkeitsentscheidung ab, wonach die Stadt Jülich dem Kreis Düren die Schließung empfiehlt. Damit wird ein anderslautender Beschluss des Stadtrates abgeändert. Vorausgegangen war dem Meinungswechsel eine intensive Erörterung der Thematik mit dem Kreis, der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) und dem Gesundheitsverbund Jülicher Land. Dabei kamen die Kommunalpolitiker aus der Herzogstadt zu neuen Erkenntnissen.

Wie die Stadtverwaltung auflistet, arbeite die Fachabteilung seit Jahren defizitär. Weiter bestehe keine Aussicht, einen neuen Chefarzt für Jülich zu gewinnen. Und mögliche Alternativen wie eine Kooperation mit Nachbarhäusern oder eine Lösung mit Hebammen und niedergelassenen Gynäkologen als Belegärzte seien nicht realisierbar. „Ziel muss es sein, das Krankenhaus in Jülich zu erhalten“, schreibt die Verwaltung.

Vertreter aller Fraktionen – vor allem die Grünen – und auch Bürgermeister Heinrich Stommel kritisierten die Informationspolitik des Trägers ctw. Peter Capellmann (CDU) sorgte sich um die Krankenhausversorgung grundsätzlich, denn die Bilanz der Einrichtung in 2012 könne durchaus Gründe liefern, das Haus „ohne Weiteres zu schließen“. Das sei es besser, das Defizit zu minimieren. In diese Kerbe hieben auch Harald Garding (SPD) und Winfried Cremerius (FDP). Kritik äußerte Matthias Hoven (Jül): „Hat der Träger bei Kenntnis der Zahlen der Vergangenheit wirklich gedacht, die Abteilung ist gewinnbringend zu führen? Welche Abteilung wird als nächstes geschlossen?“ Er mutmaßte, dass die Aufgabe der Gynäkologie „von langer Hand“ geplant gewesen sei. Siegfried Faust (Linke) erinnerte daran, dass „Krankenhäuser nicht in erster Linie dazu da sind, Gewinn zu machen“.

Mit großer Mehrheit bei drei Nein-Stimmen wurde der Schließung letztlich zugestimmt. Das wird der Kreistag in letzter Instanz am 16. Juli berücksichtigen. Der Kreis ist Vertragspartner der ctw und muss die Schließung genehmigen.

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