Gymnasium Zitadelle feiert 110 Jahre Abitur

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
10745867.jpg
Ein imposanter architektonischer Rahmen: Die Zitadelle stiftet der Schule eine besondere Identifikation. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Einladend zeigt sich der Renaissancegarten im Herzen der Stadt. Tische sind mit weißen Decken ausgestattet, Stehtische mit Hussen. Die Kulisse ist einmalig, die Schlosskapelle verleiht dem Anlass einen feierlichen Rahmen. Das Gymnasium Zitadelle lädt alle Ehemaligen zum großen Treffen ein.

Und: Ein Jubiläum wird gefeiert. 110 Jahre ist es her, dass das städtische Gymnasium den ersten Abiturjahrgang entließ.

„Seit Donnerstag sind die vielen Helfer mit dem Aufbau beschäftigt“, sagt Schulleiterin Dr. Edith Körver. Verständlich wird der Aufwand, als sie die Zahl der Gäste nennt. 700 Anmeldungen liegen vor, mit 1000 Ehemaligen wird gerechnet. Gegen 14 Uhr treffen die Ersten ein, Grüppchenweise finden sich die alten Klassenkameraden zusammen. Das „Hallo“ ist groß, es wird sich umarmt und es fallen Sätze wie: „Weißt du noch, der mit der Zahnspange! Oder: „Du kannst dir noch die ganzen Namen merken?“

Die ältesten Ehemaligen sind vom Abiturjahrgang 1950, die Jüngsten von 2015. Jeder trägt eine Kleideretikette, mit Namen und Abschlussjahr versehen.

Um das Suchen und Finden der alten Freunde noch einfacher zu machen, sind auch die Tische mit Abiturjahren gekennzeichnet. 1979 ist noch unbesetzt, Stefan Grün – er stammt aus diesem Jahrgang – sitzt auf einer Bank am Rande des Renaissancegartens, hat „seinen“ Tisch im Blick. Er ist der Älteste von fünf Geschwistern. Sie alle haben an der Zitadelle ihr Abitur abgelegt. Auf die Frage, was das Besondere an dieser Schule sei, antwortet Grün: „Das Ambiente. Das hat nicht jede Schule“.

Auch Edith Körver sieht das so, sagt im Gespräch: „Die Zitadelle ist sehr identifikationsstiftend“. Später, in Ihrer Eröffnungsansprache, spricht sie von einem unglaublichen Wir-Gefühl.

Christiane Massion, Abiturjahrgang 1980, ist aus Berlin angereist und findet: „Das ist eine schöne Gelegenheit, wieder einmal nach Jülich zu kommen“. Gerne denkt sie an den Sportunterricht auf den Bastionen zurück, gerät ein wenig ins Schwärmen: „Das war schon klasse!“

Wolfgang Stumpf und Adalbert Janssen, beide Abiturjahrgang 1959, leben ebenfalls nicht in Jülich. Das Ehemaligentreffen ist ihnen wichtig, dafür haben sie den Weg von Bad Kreuznach und Moers auf sich genommen. Was früher anders war? „Wir waren beim Abitur nur 22, das war nicht so eine Massenabfertigung wie heute“, sagen beide trocken.

Auch zum Thema herausragende Lehrerpersönlichkeiten fällt ihnen jemand ein: Lehrer Brasseur. Er unterrichtete Griechisch wie Latein und motivierte seine Schüler auf eine etwas außergewöhnliche Art und Weise. Zumindest in unseren Augen heute. Denn: „Wenn wir gut waren, bekamen wir eine Briefmarke“, erzählen die ehemaligen Klassenkameraden und lachen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert