Gymnasiasten auf konsumkritischem Exkurs

Letzte Aktualisierung:

Jülich. Der Kaufrausch der letzten Wochen ist verflogen. Zeit, über unser Konsumverhalten nachzudenken. Das dachten sich auch Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 des Jülicher Gymnasiums Zitadelle und ihre Politiklehrerin Pia Pflugfelder, die derzeit Beobachtungen und Ergebnisse auswerten, die sie kurz vor Weihnachten in der Jülicher Innenstadt gesammelt haben.

Mancher Passant wird sich gefragt haben, warum junge Leute, mit Schildern versehen, vor einem Jeansladen in einer Reihe standen. Die Lösung: Mit Hilfe der Ländernamen, die auf den Schildern standen, haben die Schüler den Herstellungs- und Vertriebsweg einer Jeans nachgestellt. Angefangen beim schwedischen Modedesigner über Asien, Osteuropa, zurück nach Asien bis in den deutschen Handel. Dies war Teil einer konsumkritischen Stadtführung, die Jacqueline Morlot-Passadakis von der Initiative „Konsum um jeden Preis“ mit dem Gymnasium Zitadelle unternahm.

Anhand eindrucksvollen Materials zeigte sie an verschiedenen Stellen der Innenstadt, welche Folgen unser Konsum für die Menschen in den herstellenden Ländern hat. Nur etwa 40 Cent des Preises, den Käufer hierzulande für einen neuen Schuh zahlen, gehen beispielsweise als Lohn an die Näherinnen.

Große Probleme

Auch die Umwelt hat unter unserem Konsumverhalten zu leiden. 20 Tonnen Giftmüll entstehen bei der Produktion eines Goldrings. Die Herstellung eines Mobiltelefons, das auf dem Wunschzettel vieler Schüler steht, verursacht ebenfalls große wirtschaftliche und sozialpolitische Probleme in den Produktionsländern wie dem Kongo.

Diese und andere für die Schüler neuen Informationen stimmten nachdenklich und führten zu der Frage, was wir als Konsumenten gegen die vielen Missstände unternehmen können. Jacqueline Morlot-Passadakis konnte den Schülern dazu fünf wichtige Tipps mit auf den Weg geben:

„Informiere dich gut über Material, Herkunft und Herstellung des Produktes!

Frage dich, ob du das Produkt wirklich brauchst!

Gibt es das Produkt auch gebraucht?

Prüfe Werbung stets kritisch!

Erhebe deine Stimme am besten gemeinsam mit anderen gegen unmenschliche und/oder umweltzerstörende Produktionsbedingungen!“

Nach einem gemeinsamen Diogenes-Projekt vor den Sommerferien war dies bereits die zweite Zusammenarbeit mit der Initiative gegen Konsumkritik, die am Gymnasium Zitadelle zu anregenden Diskussionen über unser Konsumverhalten geführt hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert