Gute Idee der Tischlerlehrlinge durch Patent geschützt

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Wer machts? Der Tischler: Auszubildende in diesem Handwerk haben eine praktikable Lösung für höhenverstellbare Tische entwickelt, die so überzeigend ist, dass sie als Gebrauchsmuster patentrechtlich geschützt worden ist. Foto: Berufskolleg Jülich

Kreis Düren. Das von den Tischlerauszubildenden in Zusammenarbeit der Tischler-Innung Düren-Jülich, dem BGZ Simmerath und dem Berufskolleg Jülich entworfene, höhenverstellbare Möbel wurde unlängst mit dem Gebrauchsmusterschutz patentrechtlich geschützt.

Seit fünf Jahren planen, entwerfen und fertigen die Tischlerlehrlinge des Berufskollegs Jülich in Zusammenarbeit mit den an der dualen Berufsausbildung beteiligten Partnern Möbel für integrative Kindergärten und Schulen. Hierüber wurde bereits mehrmals berichtet.

Schnell und einfach umzubauen

Schon bei dem ersten Durchlauf des Projekts im Schuljahr 2004/05 wurde im Unterricht ein höhenverstellbarer Tisch entwickelt, der anschließend im Bildungszentrum BGZ Simmerath im Rahmen der überbetrieblichen Unterweisung von den Auszubildenden des zweiten Lehrjahres mit den Tischlermeistern Edgar Jakobs und Dieter Nießen gefertigt wurde.

Das Problem, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld der Planung auseinandersetzen mussten, war der Wunsch des Projektpartners, Tische und Stühle zu bekommen, die schnell und einfach in der Höhe zu verstellen sein sollten. Das war notwendig, da Kinder, die im Rollstuhl sitzen, mit anderen Kindern an einem Tisch spielen wollten.

Dazu benötigen die auf den Rollstuhl angewiesenen Kinder wesentlich niedrigere Tische als die übrigen Kinder. Zudem müssen die Rollstuhlfahrer von Zeit zu Zeit in so genannte Stehrollstühle, die wiederum höhere Tische verlangen.

Nach eingehender Marktanalyse der hierzu bereits vorliegenden Lösungen verschiedener Möbelhersteller wurde den Auszubildenden schnell klar, dass die meisten höhenverstellbaren Systeme nicht praktikabel waren oder extrem teuer sind. Das hieß für die Klasse und deren Lehrer Ernst Bosten, Bernhard Pohl und Sven Quernheim, dass ein neues praktikableres System entwickelt werden musste.

Streng nach dem Leitsatz: „Wer machts? Der Tischler!” begaben sich die Auszubildenden an die Ideenfindung. Nach einiger Zeit des Planens, Verwerfens oder Umgestaltens kristallisierte sich die jetzt vorliegende Variante als gute und vor allem praktikable Lösung heraus. Die besondere Art der Konstruktion ermöglicht es, die hiermit ausgestatteten Tische mit wenigen Handgriffen in ihrer Höhe anzupassen.

Schnell stellten die Beteiligten fest,dass es sich bei der Konstruktion um eine so einzigartige Lösung handelt, die es wert ist, patentrechtlich geschützt zu werden. Dafür wurde die Patent- und Rechtsanwaltskanzlei König & Naeven aus Aachen eingeschaltet.

Soziale Komponente begeistert

Dort war man von der sozialen Komponente so begeistert, dass man sich bereit erklärte, zu einem Minimum der hierfür normal anfallenden Kosten die Möglichkeit einer Gebrauchsmusterschutzanmeldung zu prüfen und vorzunehmen. Diese Schritte sind inzwischen alle vollzogen und die Gebrauchsmusterschutzanmeldung liegt vor. Die gute Idee ist damit patentrechtlich geschützt.

Das Berufskolleg Jülich und die Tischlerinnung Düren-Jülich hoffen jetzt, dass ihre Idee in der Industrie Verbreitung findet und hieraus vielleicht Gelder für weitere Projekte dieser Art erwirtschaftet werden können.
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