Gutachten: Schwanenteich hat „keinen Denkmalwert“

Von: -vpu-
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Bürgermeister Axel Fuchs blickt aus seinem Büro genau auf das Teich-Ufer, das in nächster Zeit mit einer Gastronomie bebaut werden soll. Foto: Uerlings

Jülich/Brauweiler. Ein Jülicher Bürger und der Verein Bürgerbeirat Jülich haben angeregt, den Schwanenteich unter Denkmalschutz zu stellen. Das ist sicher vor dem Hintergrund des geplanten Gastronomie-Flachbaus am Ufer Bahnhofstraße zu sehen. Das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland in Brauweiler hat diese Anregung geprüft und nun abgelehnt.

Es könne „kein Denkmalwert“ nach dem Denkmalschutzgesetz NRW festgestellt werden, heißt es in einem Gutachten, das der Jülicher Stadtverwaltung vorliegt. Bürgermeister Axel Fuchs hat der Redaktion auf Anfrage die Expertise zur Verfügung gestellt.

Die an der „historisch wichtigen Schnittstelle zwischen Festungsstadt und Stadterweiterung gelegene Teichanlage besitzt zweifellos eine lange Geschichte, die offenbar bis ins Mittelalter zurückreicht“, ist da zu lesen. Aber das gesamte Areal sei mehrfach verändert worden – zuletzt in der Nachkriegszeit, als „Teile des historischen Wegesystems jedoch umgestaltet“, der Wegebelag verändert, die Schmuckbeete beseitigt und „diverse Bäume“ auf den Rasenflächen gepflanzt wurden. Und weiter: „Bei der heute vorhandenen Gestaltung dieser städtischen Grünanlage kann daher kein Denkmalwert ... mehr festgestellt werden.“

Das Gutachten, dem ein Ortstermin Anfang Juli zugrunde liegt, nimmt zudem als „Pendant“ hinter dem Neuen Rathaus eine weitere Grünanlage in den Fokus, in dem sich Reste der Bastion Eleonore sowie ein kleiner Teich in der früheren Stadtgrabenzone befinden. Diese Anlage, die von Ziegelsteinen eingefasst ist, sei deutlich erkennbar und als wertvolles Baudenkmal zu bewahren. Das LVR-Amt mahnt den Wildwuchs dort an: „Eine Verbesserung der Erhaltungspflege ist dringend geboten.“

Die Denkmalschützer positionieren sich also eindeutig, geben aber vor dem Hintergrund der „projektierten baulichen Veränderungen“ auch einen Ratschlag „angesichts der besonderen städtebaulichen Situation“: Man solle das Ensemble mit Bastion, Neuem Rathaus, Schwanenteich und Trinkhalle, Sparkasse und Kaiserhof „großräumig betrachten“ in einer städtebaulichen Analyse. Sie empfehlen, einen architektonischen Wettbewerb auszuloben.

Ob und wie die Stadt dem folgt, wird sich nach der Sommerpause zeigen. Bürgermeister Fuchs sieht nun die Denkmalschutz-Frage geklärt und die Stadtverwaltung beim Gastro-Projekt in der Pflicht: „Wir haben eine eindeutige Beschlusslage, an die wir uns zu halten haben.“

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