Güstener „Schnapskännchen“ randvoll mit Frohsinn

Von: ptj
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Seit elf Jahren Sitzungspräsident: Thomas Beys, hier inmitten des Männerballetts „Fashion Oldies“. Foto: Jagdozinska

Güsten. „Et schönste, wat m‘r han, schon all die lange Johr, is Welldorf/Güsten.“ Ausgelassen feierten die Jecken im vollen Zelt der KG „Schnapskännchen“ – im 80. Jahr ihres Bestehens und gleichzeitig im 40. Jahr ihrer Beteiligung an den Ringsitzungen.

Zudem ist Präsident Thomas Beys, mit seinem Elferrat vom Güstener Trommler- und Pfeiferkorps auf die Bühne gespielt, seit elf Jahren Sitzungspräsident. Zu diesem Anlass bat er Karl-Heinz Albersmeier, Vorsitzender des SV Grün-Weiß Welldorf Güsten, für die jahrelange Freundschaft der beiden Vereine zu einer „antizyklischen Ehrung“ auf die Bühne.

Bester Redner des Abends war Martin Schopps. Er nahm in seinen Erzählungen aus seinem Leben als Berufsschullehrer die gesamte Gesellschaftsstruktur gehörig aufs Korn. Wie bei der angesagten „Aufklärung 2.0“ im Biounterricht, nach dem Motto: „Benutzeroberfläche freimachen und Memorystick einführen“. Dabei passiert es zuweilen, dass „ein Troyaner namens Justin gemeldet wird“. Der Humorist griff zur Gitarre und stimmte den Bläck Föös-Titel „Ming eetste Fründin“ an. Der Song erwies sich als Selbstläufer der begeisterten Narren, nur noch Schopps Gitarrenbegleitung war vonnöten. Höhepunkt war seine musikalisch/humoristische „Tagesschau im Jahre 2040“, bei der kein Auge trocken blieb.

Gesellschaftliche Unterschiede früher und heute hatte auch Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers zum Thema gemacht, der gerne „das Leben spielt, wie das Leben so spielt“ und zahlreiche Lacher auf seiner Seite hatte. Bauchredner Fred van Halen war traditionell in Begleitung seines schillernden und nicht jugendfreien Stoffvogels „Aky“. Flüchtlinge, Angst auf der Domplatte und Salafisten, Letztere „mit den Waffen des Karnevals zu schlagen“, gehörten diesmal zu seinem Repertoire.

Mit ihren Partyliedern riss die Kölner Kultband „De Boore“ die Jecken förmlich von den Stühlen. Witzig, selbstironisch und „naturbekloppt“ gaben sich die „3 Colonias“ mit Musik, Parodie und Gags. Ein Renner war auch Solotrompeter Lutz Kniep, der einen Hauch Romantik ins bunte Karnevalsgeschehen brachte.

Die Güsten/Welldorfer können über Eigenpotenzial nicht klagen. So begeisterten die „Fashion Oldies“, seit 21 Jahren Herrenballett der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Welldorf, als flotte Rockerbande. In der Zugabe mischte der jubilierende Sitzungspräsident spontan mit, nach einem Tausch der Kopfbedeckung mit Balletttänzer Christian Klems. Ein zweites Männerballett rockte die Bühne, die wettbewerbsfähige „ISG 09“, die ihr Thema „Ein toller Käfer startet durch“ kraftvoll-akrobatisch umsetzte.

Schwungvoll tanzte sich das professionelle Kölner Tanzkorps „Rheinmatrosen“ in die Herzen der Zuschauer. Den anspruchsvollsten Tanz zeigten die weiblichen und männlichen „Funky Beats“ der „Rot-Weißen Funken“ Güsten. Völlig synchron, blitzschnell und lautlos schwebten sie über die Bühne und hielten ihr Publikum in Atem. Mit ihrem Trompetensound par excellence heizten die 20 „Weisweiler Fanfaren“ die Stimmung kurz vor Ende noch einmal richtig auf, bevor die Güstener Blasmusikkapelle „Enzian“ den Schlussakkord einer gelungenen Sitzung spielte.

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