Günter Vogel: Mister VHS Jülich sagt nach 35 Jahren „Tschö!“

Von: Volker Uerlings
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Hat große Aufgaben in jüngster Zeit bewältigt und tritt am Jahresende in den Ruhestand: der Jülicher VHS-Chef Günter Vogel. Foto: Uerlings

Jülich. Töpfern, Yoga, die Fremdsprachen-Kenntnisse aufpolieren – das alles natürlich am Abend. Diesem Image allein entsprechen die Volkshochschulen schon lange nicht mehr. Am Freitagvormittag zum Beispiel waren in der Alten Realschule Jülich sieben Klassenräume belegt, in denen „Deutsch als Fremdsprache“ auf dem Volkshochschul-Stundenplan von 140 Frauen und Männern stand.

„Das wäre für uns früher nicht möglich gewesen. Das geht nur hier“, sagt Günter Vogel, den man getrost als „Mister VHS“ in Jülich bezeichnen darf. Seine Einrichtung ist Am Aachener Tor in einer festen Bleibe angekommen. Das stimmt den 64-Jährigen zum Abschied froh, denn Vogel tritt zum Jahresende in den Ruhestand.

35 Jahre hat er dann allein in „seiner Volkshochschule“ auf dem „Buckel“ und manche Diskussion über die Weiterbildungseinrichtungen generell, aber auch im Kreis Düren miterlebt. Die scheinen der Vergangenheit anzugehören, seitdem die Stadt-VHS Jülich wieder zu einer des Jülicher Landes wurde vor sechs Jahren, die eben nicht nur die Herzogstadt, sondern auch Aldenhoven, Linnich und Titz versorgt.

„In den 24 Jahren als Leiter habe ich es als meine vordringlichste Aufgabe angesehen, das Institut aus den politischen Diskussionen herauszuhalten – vor allem mit Blick auf die Finanzen.“ Auf die Wirtschaftlichkeit warf der in Inden-Frenz aufgewachsene Diplom-Pädagoge dann lieber selbst ein waches Auge mit seinem Team. Mit Erfolg, denn der Zuschussbedarf für die vier Trägerkommunen ist im Landesvergleich äußerst günstig und seit dem Zusammenschluss noch deutlich günstiger als zuvor.

Diese vorteilhafte Konstruktion im Nordkreis gilt es aus Vogels Sicht zu schützen, er warnt vor einer zu zentralistischen Sicht: „Die Zentralgestirne leuchten ja immer besonders hell. Wir müssen darauf achten, dass wir die Außenstellen Linnich, Titz und Aldenhoven weiter nach vorn bringen.“

Dem Hauptsitz der VHS in Jülich ist es dennoch gut bekommen, dass er seine Angebote nun sehr viel konzentrierter in der Alten Realschule bündeln kann und nicht mehr auf zu viele Standorte wie früher verteilt ist. Das hat auch eine Kundenbefragung ergeben, in der die Volkshochschule ziemlich gut benotet worden ist. Weiterbildungseinrichtungen müssen auch mit der Zeit gehen.

„Die Schwerpunkte haben sich geändert“, sagt Günter Vogel und blickt auf den EDV-Sektor, der einmal ganz stark war, aber heute eine untergeordnete Rolle spiele. „Der Fremdsprachenbereich war immer unsere Domäne.“ Diese Struktur versetzt die VHS nun auch in die Situation, die Herkulesaufgabe zu bewältigen, die „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF) auch logistisch bedeutet. Das verdeutlichen die Zahlen: Von rund 6000 Sprach-Stunden der VHS Jülicher Land entfielen allein 4000 auf DaF.

Die Herausforderungen wurden in Jülich gemeistert. Günter Vogel kann nach der vierten Re-Testierung der Einrichtung und der nun abgeschlossenen Programmplanung für das nächste Semester sehr entspannt seinem beruflichen Finish entgegenblicken. Dann bleibt mehr Zeit zum Lesen, zum Skatspielen („meine große Leidenschaft“), zum Tennisspielen und die „Jobs“ eines vierfachen Großvaters.

Nicht erst am 31. Dezember, sondern wohl schon vor der Sommerpause wird klar sein, wer 2018 auf „Mister VHS“ folgt. „Ich habe einen Vorschlag gemacht, von dem ich überzeugt bin, den ich aber vor einer politischen Entscheidung nicht nennen möchte“, sagt Günter Vogel und lächelt. Vielleicht folgt ja eine „Mrs. VHS“?!

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