Günstige Buden mitten in Jülich

Von: Volker Uerlings
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In der Jülicher Schützenstra
In der Jülicher Schützenstraße entsteht ein Studentenwohnheim mit 30 Appartments. Da griffen (von rechts) FH-Rektor Marcus Baumann, Dieter von Ameln, Sparkassenchef Herbert Schmidt, Landrat Wolfgang Spelthahn, Bürgermeister Heinrich Stommel und der Vertreter des Architekten zum Spaten. Foto: Uerlings

Jülich. In einem knappen Jahr rücken die Studenten des Fachhochschul-Campus Jülich der Stadt noch enger auf die Pelle. Nicht nur, dass sie inzwischen in der Stadthalle aus Raumnot den Vorlesungen lauschen, dann nämlich können sie auch mitten in der Herzogstadt wohnen.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Brauerei und des Getränkemarktes, das von der Grün- bis zur Schützenstraße reicht, entsteht ein neues Studentenwohnheim mit 30 Buden, die auch äußerst günstig vermietet werden.

Das ist für die Sparkasse Düren, die mit der Konzepta Immobilien GmbH dieses Unterfangen umsetzt, ein eher ungewöhnliches Projekt, wo doch landauf landab vor allem seniorengerechter und barrierefreier Wohnraum innerstädtisch entsteht. In Jülich mache genau das aber Sinn, erklärte Konzepta-Geschäftsführer Dieter von Ameln. Und Prof. Herbert Schmidt, Vorstandschef der Sparkasse Düren, stimmte ein: „Die Prognosezahlen für Studenten in Jülich sind hervorragend.”

Das haben letztlich Untersuchungen ergeben, die nach Rücksprache mit der FH-Leitung und dem Studentenwerk angestellt wurden. FH-Rektor Prof. Marcus Baumann erklärte beim Spatenstich in der Jülicher City: „Auch das Studentenwerk plant Wohnanlagen, aber auch die werden nicht ausreichen. Daher bin ich sehr froh über dieses Projekt. Erstens entsteht Wohnraum und zweitens mitten in der Stadt.” Das werde die Identifikation der Studierenden mit Jülich steigern, freuten sich auch Landrat Wolfgang Spelthahn und Bürgermeister Heinrich Stommel.

Die Maßnahme war indes kein „freiwilliger sozialer Akt”, wie Dieter von Ameln einräumte, sondern auch ultima ratio, denn die anderen Vermarktungsversuche der großen Fläche in eigentlich bester Lage seien fehlgeschlagen. Auch das hat seinen Grund: der Jülicher Untergrund beherbergt eine reiche Geschichte, die immer wieder ans Tageslicht kommt - zur Freude der Archäologen, aber zum Leidwesen der Projektfinanzierer...

Am Ende hatten alle Beteiligten aber die zündende Idee, ein Studentenwohnheim zu bauen. Nun entstehen 30 Ein- und Zweiraumwohnungen zwischen 24 und 67 Quadratmeter Fläche; von den großen Appartments gibt es indes nur wenige. Sie sollen zu einem Preis von 7 bis 8 Euro je Quadratmeter vermietet werden. Das bedeutet: Die kleinste Einheit mit Nasszelle und Küchenzeile ist für etwa 180 Euro zu haben.

Die Kosten des Gesamtprojektes belaufen sich auf etwa 2 Millionen Euro, wobei - auch ein Novum - die Sparkasse selbst über die NRW-Bank Fördermittel und Zinszuschüsse in Anspruch nimmt, wie Lothar Schmidt darlegte. „Die stehen jedem zu, der Wohnraum für Studenten schafft.”

Auch für Senioren ausgelegt

Der Zeitplan für den viergeschossigen Bau ist ehrgeizig: Zum Wintersemester 2013/14 soll er bezugsfertig sein. Das wäre der genau richtige Zeitpunkt für die mutmaßlich höchste Anzahl an Studierenden auf absehbare Zeit.

Die Projektpartner haben aber vorgebaut: Sollte sich der demografische Wandel stärker bemerkbar machen und die Zahl der angehenden Akademiker sinken, dann lässt sich das Gebäude auch in seniorengerechten Wohnraum umbauen. Ebenerdige Nasszellen gibt es von vornherein, einen Aufzug auch. Rollstuhlgerecht ist das Gebäude ebenfalls - auch schon für Studierende mit Handicap.
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