Grundschüler erspüren die Musik Boliviens

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Musik kann man nicht nur hören, sondern auch fühlen. Das erfuhren die Linnicher Grundschüler beim beeindruckenden Konzert der bolivianischen Gruppe „Los Masis“. Schüler, Lehrer und Eltern sammelten zudem Spenden für das Kulturzentrum in Sucre. Foto: Schule

Linnich. „Erst war die Musik sehr beruhigend, aber dann wurde sie voll heftig, so dass sie ganz in mir vibriert hat“, erklärte Gina aus der 1. Klasse. Sie war wie auch andere Kinder aus den vier Jahrgangsstufen des Grundschulverbundes Linnich sehr glücklich, weil sie an einem der zwei Workshops der bolivianischen Musikgruppe „Los Masis“ teilnehmen konnte.

Die sieben Musiker von „Los Masis“ sind zurzeit mit ihrem Konzert zu Ehren von der in Bolivien verehrten „Pachamama“, der alles hervorbringenden Erdmutter, auf Tournee durch Deutschland. Jetzt kamen sie auf Einladung des Kollegiums in Zusammenarbeit mit dem Verein Bolivien-Brücke nach Linnich. Sie sind Lehrer am „Centro Cultural Masis“ in Sucre und unterrichten dort die traditionelle indigene Musik.

In dieser pädagogischen Einrichtung bekommen die Kinder bedürftiger Familien aus desolaten Stadtrandgebieten nicht nur Halt in ihrer Kultur und Kenntnisse in den Rhythmen des südamerikanischen Landes vermittelt, sondern erfahren auch Werte wie Respekt, Verantwortung und solidarisches Handeln. Ihnen werden sinnvolle Perspektiven für ihr Leben eröffnet: Sie erhalten Schutz vor den Gefahren der Straße, Hilfe bei der leider lebensnotwendigen Erwerbsarbeit und Förderung beim Lernen. Das Geld, das die Gruppe auf ihrem dreimonatigen Aufenthalt in Europa durch Spenden einspielt, kommt den Kindern im Centro Cultural zugute.

Das Kollegium möchte diese sinnvolle soziale Arbeit unterstützen und informierte die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern darüber. Alle waren eingeladen, gemeinsam auf musikalische Weise die Verbindung zu den Menschen in einem weit entfernten Teil der Welt zu knüpfen.

Zunächst erklärte Roberto Sahonero, der Leiter der Musikgruppe, dass man ruhig und konzentriert werden muss, um Musik ganz in sich aufnehmen zu können, und leitete deswegen die Kindern zum Spüren ihres Atems an. Dann machte er sie darauf aufmerksam, dass Musik im Kopf malen kann. Mit langsamen Flöten- und Gitarrenklängen ließen die sieben Musiker Bilder in der Vorstellung der Kinder entstehen. Peter meinte anschließend, er habe die Rur vor Augen gehabt, wie sie dahin plätschert, und Niclas stellte sich vor, dass vor seiner Haustür direkt der Strand beginne und er gleich ins Wasser könne.

Daraufhin erklärten die Musiker die bolivianischen Instrumente: verschieden große Flöten wie Kenas, Zamponas oder Sicus, Trommeln, Gitarren und die kleinen Saiteninstrumente, die Charangos. Einige Kinder konnten versuchen, den Flöten Töne zu entlocken.

In dem Konzert für alle Schulkinder, Eltern und Lehrkräfte, das den Workshops folgte, brachten die Musiker in traditionellen Kostümen ihre Stimmen und die Instrumente voll zum Einsatz. Zum Erstaunen der Kinder tanzten sie wild und ausdrucksstark mit ihren Flöten und großen Trommeln.

Der Funke der temperamentvollen Lieder aus den verschiedenen Gebieten Boliviens wie dem Hochland und den Yungas im Amazonas-Tiefland sprang auf die kleinen und großen Zuhörer über, so dass sie sich klatschend, stampfend und tanzend zu den schnellen Rhythmen bewegten. Voller Begeisterung riefen sie am Ende des Konzerts nach Zugaben, die auch sehr gern gewährt wurden.

Schulleiterin Susanne Kösters bedankte sich bei „Los Masis“ im Namen aller Schülerinnen und Schüler, der anwesenden Eltern und des Kollegiums herzlich für die wunderschöne Darbietung der Lieder und Tänze Boliviens. Die Kinder ließ sie der Musikgruppe die Worte „gracias por la musica“ entgegenschmettern.

Sie verabschiedete „Los Masis“ mit einer großen Spende aus Beiträgen sowohl der Eltern und als auch der Schule und mit guten Wünschen für alle Menschen im Centro Cultural in Sucre.

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