Grünroute wird mit drei Sternen geadelt

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
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Jülich. Ob dieser Tiger abspringt und zupackt oder doch bloß als Bettvorleger landet, wird sich wohl erst in fünf oder zehn Jahren zeigen. Doch Uwe Zink und seine Mitstreiter treten derzeit kräftig in die Pedale, damit ihr Tiger so schnell wie möglich zubeißt.

„Touristische Inwertsetzung der grenzüberschreitenden europäischen Region” lautet der Titel des mit EU-Geldern geförderten Projekts, das Zink koordiniert und abgekürzt als Tiger firmiert. Mit einem Volumen von rund vier Millionen Euro wollen die Partner die touristische Kooperation über die Grenzen hinweg stärken.

Dabei starten die Verantwortlichen - passend zur Straßen-WM in Valkenburg - per Rad durch und präsentierten am Donnerstag in Jülich erste konkrete Erfolge: So wurde die im Rahmen der Euregionale 2008 entwickelte Grünroute vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) mit drei Sternen geadelt.

„Das bedeutet einiges”, sagt ADFC-Vizelandeschef Thomas Rommelspacher - nicht nur mit Blick auf Standards in Bereichen wie Befahrbarkeit, Sicherheit und touristische Infrastruktur, sondern auch auf mögliche Einnahmen. „Alleine durch unser Zertifikat buchen Leute die Tour, ohne die Region zu kennen”, sagt er und nennt Zahlen: In NRW seien im Jahr 2010 rund 1,5 Milliarden Euro von Radtouristen umgesetzt worden. Nicht schlecht, findet Zink, der ein Stückchen von dem Kuchen für die Region haben will.

Auch aus diesem Grund wird zur nächsten Radsaison kräftig die Werbetrommel gerührt. Etwa bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB). Pünktlich dazu erscheint im Rahmen der bundesweiten Radführerreihe „Bikeline” ein Tourenbuch über die Grünroute, das über die Region hinaus erhältlich ist. Der Aachener Grischa Begaß erradelte im ADFC-Auftrag die Strecke und ist begeistert: „Ich habe viel Neues über meine Region erfahren.” Zudem sei die Strecke und deren Verlauf in den vergangenen Monaten optimiert worden, so dass bei der nächsten Zertifizierung vielleicht sogar vier Sterne herausspringen könnten. Bereits jetzt können beim Geilenkirchener Rad-Touristiker Paul Schauff geführte Touren gebucht werden, die zum Teil auf der Grünroute verlaufen - „Auf den Spuren der Kohle” etwa oder eine Sieben-Tage-Tour über Aachen, Lüttich, Maastricht, Herzogenrath, Jülich, Düren und Monschau.

„Wir müssen uns nicht verstecken, wir haben in unserer Region viel zu bieten. Die Menschen müssen uns nur finden - das können sie jetzt unter dem Slogan Urlaub im Herzen Europas”, sagt Zink, der auch abseits des Radtourismus Vermarktungsmöglichkeiten sieht. Pakete mit Reiseveranstaltern sind geschnürt, der Weg in die Kataloge geebnet. Der Tiger springt und faucht, mal sehen, ob er auch zubeißt.


Vier Partner aus drei Ländern machen mit

Bei dem Tiger-Projekt kooperieren auf deutscher Seite der Verein Grünmetropole mit dem niederländischen VVV Süd-Limburg sowie den belgischen Tourismuspartnern aus Limburg und der Wallonie.

Im Juni 2009 haben 14 Partner den Verein Grünmetropole gegründet, um den Bereich Freizeit und Tourismus mit dem Schwerpunkt Nah­erholung weiterzuentwickeln. Mitglieder sind derzeit: Städteregion Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg, Kreis und Stadt Düren, Aldenhoven, Brückenkopf-Park Jülich, Inden, Niederzier, Geilenkirchen und Hückelhoven.


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