Schophoven - Grüne wollen die Risiken des Restsees überwacht wissen

Grüne wollen die Risiken des Restsees überwacht wissen

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
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Vor rund 80 Interessierten stellten Gudrun Zentis, Horst Lambertz und Hella Rehfisch im Dorfgemeinschaftshaus Schophoven das Gutachten zum Tagebau-Restsee Inden II vor. Foto: Wolters

Schophoven. Der Titel des Gutachtens, das die grüne Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis im Dorfgemeinschaftshaus Schophoven vorstellte („Bewertung des gültigen Braunkohleplans hinsichtlich der Aussagen zur dauerhaften Standsicherheit des technischen Restsees Inden II sowohl in der Betriebs- als auch in der Einstauphase.

Welche Standsicherheitsnachweise sollten vom Bergbautreibenden dem Braunkohleausschuss bei der Bezirksregierung Köln im Beteiligungsverfahren vorgelegt werden.“) ist sperrig, sein Umfang mit 80 Seiten groß und die mit Fachtermini gespickte Sprache schwierig.

Gleichwohl hat das Gutachten von Dr. Ing. Michael Lersow viel Staub aufgewirbelt. Unter anderem die Bezirksregierung Köln, das Oberbergamt in Arnsberg und die Düsseldorfer CDU-Fraktion haben nach Worten der Abgeordneten bei ihr die Expertise angefragt, die in diesen Tagen im Internet unter www.gruene-regionalrat-koeln.de abrufbar sein soll. Nur von RWE Power sei keine Reaktion erfolgt.

Großes Interesse fand das Thema Tagebau-Restsee naturgemäß auch bei weiteren Tagebau-Anrainern und in der Gemeinde Inden, so dass rund 80 Besucher die Veranstaltung des Ortsverbandes Inden der Bündnisgrünen besuchten. Neben Gudrun Zentis saß Horst Lambertz, beide Mitglieder des Braunkohlenausschusses des Regionalrates Köln, dessen grüne Fraktion die Expertise in Auftrag gegeben hatte.

Vorhaben langfristig überwachen

„Die Flutung ist alternativlos“, machte Zentis rasch klar, dass sie die Befüllung des Tagebaurestlochs mit Wasser aufgrund der Masseverluste in den Tagebauen für eine sinnvolle Lösung hält, doch bei einer künftigen Nutzung als See müsse das Vorhaben langfristig geplant und überwacht werden, „denn die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Nutzerinnen und Nutzer des Sees muss oberste Priorität haben“.

Als Sicherheitsrisiken werden in dem Gutachten, das ein ehemaliger Tagebauleiter und promovierter Geologe aus den Neuen Ländern gefertigt hat, neben der Standsicherheit der Böschungen unter anderem auch mögliche Auswirkungen von tektonischen Bewegungen auf den See, die Versauerung des Wassers durch das Auswaschen alter Kippen oder negative Auswirkungen auf das Grundwasser in Rur- und Erftscholle identifiziert.

Daraus leiten die Grünen einen Forderungskatalog ab, der am 14. Juni im Braunkohlenausschuss zur Tagesordnung gestellt werden soll. So wird unter anderem die Vorlage einer Risikobewertung für die Befüllung und den Betrieb des Sees sowie die Einführung eines Langzeitmonitorings verlangt, das neben der Standsicherheit der Böschungen auch Geologie und Tektonik sowie Gewässerqualität und das Grundwasser in der Region einschließt. Während der Befüllungsphase der Tagebaurestseen solle ein Monitoring der Flüsse, die für die Befüllung genutzt werden, sowie der Umgebung des Sees und des Sees selber erfolgen, um unerwünschte Effekte zu vermeiden.

Wer trägt die Ewigkeitskosten?

Neben dem frühzeitigen Beginn der Planungen für die Tagebaurestseen haben die Grünen auch die so genannten Ewigkeitskosten im Blick: „RWE muss Rückstellungen in Form einer Stiftung oder Ähnlichem bilden, um sicherzustellen, dass die Folge- bzw. Nachsorgekosten nicht den nachfolgenden Generationen an Steuerzahlern zur Last fallen.“

Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürger noch ausführlich Gelegenheit, zum Gutachten und der Restsee-Thematik Fragen zu stellen und ihre Meinung vorzutragen. Fortsetzung folgt...

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