Grüne: Kein Bauland mehr im Übermaß

Von: ojo
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Linnich. Lebt die Stadt Linnich in der Baulandversorgung seiner Bevölkerung auf zu großem Fuß? Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist davon überzeugt.

In der jüngsten Ratssitzung nahm Cato Hilfert die zu fassenden Beschlüsse zu Änderung des Flächennutzungsplan und Aufstellung des Bebauungsplans für das Baugebiet Ederener Straße/Landstraße in Gereonsweiler zum Anlass einer Grundsatzdiskussion.

Der Tenor der Grünen: „Wir haben im gesamten Stadtgebiet einen Überhang an Baugrundstücken.“ Diese Feststellung untermauerte Hilfert mit Verweis auf die ausgewiesenen Baugebiete in Welz und Hottorf, wo die Nachfrage schleppend ist. Welz hat von 21 Baugrundstücken noch sechs frei, eines ist reserviert. In Hottorf sind von 18 Grundstücken noch 13 zu haben. Da der Vertrag mit der Entwicklungsgesellschaft NRW.Urban abgewickelt wird, wird die Stadt alle bis Vertragsende nicht verkauften Grundstücke übernehmen müssen.

Die freien Grundstücke in Welz und Hottorf „müssen wir mit einer Million Euro in den Haushalt nehmen“, rechnete Hilfert vor. Der „Rückkauf“ der Grundstücke im Körrenziger Baugebiet Wiemersberg (27 verkauft, vier reserviert, 23 frei) würde den Haushalt mit weiteren „zwei bis drei Millionen Euro belasten, rechnet Hilfert hoch. Die Grünen erklärten vor diesem Hintergrund die Konzeption, alle Dörfer mit großzügig bemessenen Neubaugebieten zu versorgen, für „völlig falsch“. Und weiter: „Wir sagen: Schluss mit Bauland im Übermaß.“ Sechs bis acht Baugrundstücke pro Dorf sollten reichen.

Diese Meinung schürte die unmittelbare Reaktion des Ortsvorstehers von Gereonsweiler, Mark Dremel (PKL). Es sei zwar richtig, dass von den ursprünglich acht Bauwilligen nicht zuletzt wegen des schleppenden Verfahrens drei bis vier wieder abgesprungen seien. Dafür habe es aber wieder neue Interessenten gegeben. Bedarf sei also vorhanden. Auch Rudi Venrath (CDU), Ortsversteher in Körrenzig, brach eine Lanze für das dortige Baugebiet. Es sei absolut unverzichtbar, um der Abwanderung junger Körrenziger entgegen zu wirken.

CDU-Fraktionsvorsitzender Achim Grün widersprach ebenfalls der Grünen-Position entschieden: „Wir stehen immer noch zu der Baulandentwicklung der letzten Jahre. Wir haben Bauland geschaffen, und es ist gut angenommen worden, auch wenn das in Hottorf nicht klappt.“

SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen schließlich empfand die Diskussion als völlig deplatziert. Es gehe in Gereonsweiler um ein längst ausgewiesenes Baugebiet und die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen. Über die allgemeine Bauentwicklung Linnichs könne man sich an anderer Stelle unterhalten.

Die drei Grünen Ratsvertreter enthielten sich in beiden Fällen der Stimme, während Flächennutzungs- und Bebauungsplan ohne Gegenstimme den Rat passierten. Sie erhalten mit Genehmigung der Bezirksregierung und Offenlage Rechtskraft.

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