Jülich - Gründungsfest: 16 Gemeinden vollziehen Zusammenschluss

Gründungsfest: 16 Gemeinden vollziehen Zusammenschluss

Von: ptj
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Regionaldekan Otto von Danwitz beauftragt in bischöflicher Vertretung das 15-köpfige Pastoralteam mit seinem leitenden Pfarrer Josef Wolff (r.). Nicht dabei ist Subsidiar Josef Jansen, der zeitgleich eine Messe zelebrierte. Foto: Jagodzinska

Jülich. Als beeindruckendes Großevent mit über 600 Teilnehmern erwies sich das Fest zur Fusion aller 16 Pfarrgemeinden in Jülich und Schophoven zu der einen Pfarrei „Heilig Geist“. Den würdigen geistlichen Rahmen setzten das feierliche Hochamt am Morgen und die Vesper am späten Nachmittag in der Propsteikirche.

Feierlich zogen die neuen Mitarbeiter in Begleitung der Messdienerschaft und diverser Schützen- und Maigesellschaften mit Fahnen in Händen in das Gotteshaus ein. Hier reichten geschätzte 500 Sitzplätze für die vielen Gläubigen nicht aus, die schon lange vor Messbeginn ihre Plätze einnehmen wollten.

In bischöflicher Vertretung übernahm Regionaldekan Otto von Danwitz zunächst die offizielle Beauftragung der pastoralen Mitarbeiter. Das neue Team aus alten bewährten und neuen Mitarbeitern besteht aus dem leitenden Pfarrer Josef Wolff, den Pfarrvikaren Paul Cülter, Dr. Peter Jöcken und Konny Keutmann, Subsidiar Pfarrer i.R. Josef Jansen, Diakon Arnold Hecker und den Pastoral- oder Gemeindereferenten Barbara Biel, Ralf Cober, Helena Fothen (letztere in der Krankenhausseelsorge), Petra Graff, Ralf Loevenich (letzterer ist Schulseelsorger), Beate Ortwein, Alexander Peters (letzterer in der Hochschulseelsorge) und Claudia Tüttenberg. Hinzu kommt die in der Ausbildung befindliche Pastoralassistentin Lucia Hottinger.

Mit Bravour und spontanem Applaus bestand Wolff mit seiner knackigen und humorvollen Predigt die Feuerprobe. „Wer kann so verrückt sein, Pfarrer von 16 Gemeinden zu werden?“, war er im Vorfeld gefragt worden. Hierauf gab der neue Propst, der „aus Düren aufgebrochen“ ist, verschiedene Antworten: Zunächst kann sich „für einen Glaubenden alles in einen Sinnzusammenhang ordnen, auf ein größeres Ziel hin“. Zudem „sind Sie, sind wir Kirche“, mit dieser Bemerkung verdiente er einen Zwischenapplaus.

Was müsste sich in der Kirche ändern? Hier zitierte er die Antwort Mutter Theresas auf dieselbe Frage: „Sie und ich müssten uns ändern.“ Die Fusion sei „wohl von niemandem mit offenem Herzen umarmt worden“. Die Zusammenarbeit sei aber eine Notwendigkeit, „da die Anforderungen größer und die Welt bunter geworden sind“. Den Christen gab er mit auf den Weg: „Keep it simple“ (Halte es einfach), und schob das schöne Motto des Rheinländers nach: „Nerve behaale“.

Die Feuertaube als „geniales“ Logo der neuen Pfarrei „Heilig Geist“ bedeute einerseits Aufbruch und Dynamik, Kraft und Macht, andererseits sei der Heilige Geist „rückgebunden an das Gebet“, will heißen: „Die Patronin muss Gelegenheit haben, auf uns einzuwirken.“

Jubilierende Stimmen

Bemerkenswert war das Aufgebot der vielen musikalischen Grüße: Für diesen einen Tag hatten sich Sänger aus allen Pfarreien zu drei Projektchören zusammengeschlossen: Die Stimmen des Kirchenchores jubilierten unter Leitung von Christian Werres (Stetternich) auf der Empore. Das „Neue Geistliche Lied“ mit Beiträgen wie „Neues wagen“ wurde mit Mitsängern aus den Chören „Akzente“ oder „Soluna“ unter dem Dirigat von Wolfgang Biel im Chorraum zu Gehör gebracht.

Anke Keppel aus Koslar leitete auf den Stufen zum Altarraum den Kinderchor, der Themenlieder wie „Schritte wagen“ anstimmte. Hunderte von Stimmen aus dem Gotteshaus erklangen zusätzlich zum Lobe Gottes. In einer Prozession vom Gabentisch am Eingang brachten die neuen gewählten Gemeindevertreter Kerzen und Gaben zum Altar, bevor Wolff in Konzelebration mit seinen Pfarrvikaren das Hochgebet sprach und das große Pastoralteam die Kommunion verteilte.

Die weltliche Feierlich im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums Zitadelle begannen mit dem Empfang der vielen Gäste durch die Koordinatoren Biel, Cober und Graff, ebenfalls in humorvoller Manier nach dem tröstenden „rheinischen Grundgesetz“. Für gelungene Intermezzi zwischen weiteren Grußworten von Mitgliedern aus Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand sowie von Vertretern der Stadt und der christlichen Geschwistergemeinden sorgten das Jugendorchester der Propsteipfarre und der Projektchor „Neues Geistliches Lied“.

Viele Menschen hatten sich zum Gelingen des Festes zusammengetan. Der appetitliche Imbiss war das Werk ehrenamtlicher Helfer, das Kuchenbüffet war aus allen Gemeinden gespendet worden. Stellwände informierten über die Mitgliederpfarreien, für eine groß anlegte Slight-Show hatten etliche Fotografen ihre Bilder zur Verfügung gestellt.

Während Gemeindereferent Dieter Fender aus Witten in seinem zweiteiligen „Kirchenkabarett“ über das „Verheizen des hauptamtlichen Personals“ reflektierte und betonte, „Wir brauchen endlich wieder Christen, die für ihren Glauben brennen“, lief für Kindergartenkinder und Grundschüler ein eigenes Kindermal-, Bastel- und Spieleprogramm. Wohlklingende musikalische Grüße der städtischen „Vokalwerkstatt“ und des Posaunenensembles der Evangelischen Gemeinden schlossen sich an.

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