Jülich - Großes Kino: 71. Deutsche Filmfestspiele

Großes Kino: 71. Deutsche Filmfestspiele

Von: Gerda Kròl
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Für die Technik waren Barbara und Bernhard Zimmermann zuständig. Sie hatten vom Balkon der Stadthalle aus den Überblick.
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Für jeden der anwesenden Autoren gibt es eine der heißbegehrten Plaketten zur Erinnerung an das Jülicher Filmfestival. Foto: Kròl

Jülich. Mit „ganz großes Kino“ ist wohl am besten zu beschreiben, was sich im Verlauf dieses Wochenendes in Jülich abspielt. Dabei laufen keine bekannten Schauspieler über den roten Teppich, es sind nur kleine Produktionen, und nach Möglichkeit sollten sie nicht länger als 20 Minuten dauern.

Doch hinter der Kamera stehen Männer und Frauen, die ihr Metier verstehen, die wissen, was sie tun, allerdings auch keinen kommerziellen Zwängen unterliegen und ihr ganzes Herzblut in ihre Arbeit legen. Was am Ende dabei heraus kommt, sind wundervolle Bewegtbilder, von Spielfilm über Reportage, Dokumentation, Sport- oder Tierfilm, Fantasie- und Trickfilm.

Viel Unterstützung erhalten

62 solcher Streifen wurden und werden in der Jülicher Stadthalle präsentiert, denn dort hat sich die große Familie der Amateurfilmer zu den 71. Deutschen Filmfestspielen des Bundesverbands Deutscher Film Autoren eingefunden. Bei der Jahresversammlung des Verbandes war im März 2012 Klaus Krafft aus Jülich, der dem Filmclub Aachen angehört und zurzeit Vorsitzender des Landesverbandes NRW ist, gebeten worden, einmal mehr dieses Festival auszurichten. 2006 hatte er es schon einmal sehr erfolgreich in Aachen organisiert. Krafft erklärte sich bereit, fand große Unterstützung bei den Filmclubs seines Verbandes. Auch Ehefrau Christel, die als Schatzmeisterin fungiert, leistete einen immensen Beitrag.

Es wurde zwar nicht der rote Teppich vor der Stadthalle ausgerollt, doch mit viel Liebe und Engagement die Halle repräsentabel hergerichtet. Herzlich fühlten sich die mehr als 200 Gäste, die aus ganz Deutschland angereist waren, in Jülich aufgenommen. Gemeinsam wurden Filme angeschaut, die über Club-, Landes- und Bundesentscheide in die Auswahl zum DAFF gelangten, diskutiert und bewertet. Es sind Deutschlands 62 beste Filmemacher, die sich hier präsentieren. Viele in Amateurfilmkreisen bekannte Namen waren darunter, doch auch eine stattliche Zahl von Newcomern hat den Sprung ins Festival geschafft. Aus ihnen soll die Jury, die sieben Filme auswählen, die mit dem Filmpreis ausgezeichnet werden und beim weltweiten Festival in Österreich Deutschland vertreten. Zudem gibt es einen Sonderpreis, den „Minutencup“.

Um auch dem Publikum die Möglichkeit zu bieten, mit abzustimmen, wird außerdem ein Publikumspreis vergeben. In neun Blocks sind die Filme aufgeteilt. Jedem Block folgt eine Gesprächsrunde.

Sie ist in diesem Jahr hervorragend besetzt, denn mit Designerin Naemi Reymann, Kamerafrau Bernhardine Schippers und Produzent Henning Niemeyer waren drei Profis an Bord. Bernhard Lindner, Vize-Präsident des BDFA, moderierte die Runden. Er hob im Gespräch mit unserer Zeitung hervor, wie wichtig diese Gesprächsrunden sind. Sie dienen nicht etwa dazu, die Filme zu bewerten, sondern sie zu analysieren. „Diese Kritik ist wichtig und konstruktiv. Sie hilft uns weiter, immer besser zu werden“, betont er. „Reingehen, bewusst den Film anschauen und sich damit auseinandersetzen – das ist der Sinn dieser Festspiele,“ erklärte er.

Kunstform entsteht auf der Straße

„Das ist eine Kunstform, die auf der Straße entsteht und auch gerne mal von der professionellen Kunst übernommen wird“, sagte Kamerafrau Schippers, „doch so wie es hier ist, das suche ich und das mag ich“. Sie äußerte sich nur lobend über das hohe Niveau der Filme. Die Eheleute Barbara und Helmut Ibsch nehmen mit ihrem Beitrag „..da geht etwas auf“ über die Klangschalenarbeit mit Demenz-Kranken am Festival teil. Schon mehrfach sind sie bei Festivals mit Preisen dekoriert worden. Gemeinsam drehen sie ihre Filme und arbeiten an ganz unterschiedlichen Themen. Dabei ist Helmut Ibsch der festen Überzeugung: „Ein guter Film geht nur zu zweit“, und begründet dies mit den unterschiedlichen Sichtweisen von Mann und Frau.

Sehr zufrieden mit dem Auftakt zu den Filmfestspielen äußerte sich Klaus Werner Voß, der Präsident des BDFA, der mit Klaus Krafft am Freitagvormittag die Veranstaltung eröffnet hatte. Er freut sich sehr, in Jülich zu sein und sah schon erwartungsvoll den kommenden Tagen entgegen. Viele gute Gespräche, die Möglichkeit, Freundschaften zu vertiefen und neue Kontakte aufzubauen, verspricht er sich von den Festivaltagen.

Dazu, da war er sich sicher, werde auch das Rahmenprogramm beitragen. So stehen ein rheinischer Abend im Brückenkopf-Park, eine Führung durch die Herzogstadt, der Besuch des Glasmalerei- Museums in Linnich sowie ein Festabend auf Burg Obbendorf in Hambach auf dem Programm. Den Abschluss der Festspiele bildet eine Matinee am Sonntagmorgen, bei der die Filme prämiert werden.

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