Großes Interesse an Vortrag über Architekten von Schöfer

Von: Kr.
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Herzlich begrüßten Patrick Schunn (l.) und Vorsitzender Stefan Helm (r.) vom Linnicher Geschichtsverein ihren Referenten Moritz Wild. Foto: Kròl

Linnich. „Das Thema passte besonders gut, steht man doch in Linnich wieder vor der erneuten Planung zur Gestaltung der Innenstadt“, begrüßte Stefan Helm, Vorsitzender des Linnicher Geschichtsvereins, seine zahlreichen Gäste zu einem Vortrag mit dem Architekturhistoriker Moritz Wild.

In seiner Promotionsarbeit, die von der Stiftung Deutscher Architekten gefördert wird, beschäftigt Wild sich intensiv mit dem Architekten Rene von Schöfer (1883 bis 1954). Vielen Heimatforschern ist er vor allem ein Begriff durch seine Tätigkeit als Stadtplaner, nach dessen Plänen das durch den Krieg nahezu vollständig zerstörte Jülich wieder aufgebaut wurde. Weniger bekannt ist allerdings, dass er auch die Leitpläne für den Wiederaufbau in Linnich erstellte.

Im Rahmen seiner Recherchen wurde Wild im Linnicher Stadtarchiv fündig, wo er einen Großteil dieser Pläne zutage förderte. Am Mittwoch stellte er die Ergebnisse seiner Nachforschungen im Rathaussaal vor. Zu 50 Prozent war Linnich zerstört worden und wie Wild weiter berichtete, waren nur noch zehn Prozent der Häuser bewohnbar. Deshalb wurde zügig mit dem Wiederaufbau der Stadt begonnen, mit dessen Planung das Architekturbüro Palm und Finkeldei beauftragt wurde.

In Linnich erst ab 1951 aktiv

Im Gegensatz zu Jülich, wo von Schöfer von Beginn an am Wiederaufbau mitwirkte, trat er in Linnich erst 1951 auf den Plan und erstellte den Leitplan, der dem heutigen Flächennutzungsplan entspricht. So wurde eine Durchgangstraße geplant, die der Stadt Wirtschaftskraft bringen sollte. Im Innenstadtbereich plante der Architekt einen Geschäftsbereich und darum herum die Wohngebiete. Am östlichen Rurufer wurde das Industriegebiet geplant.

Wild berichtete von den bürokratischen Schritten, die bei einem solchen Planverfahren nötig waren, von der Finanzierung und auch vom Leben des Architekten von Schöfer. Er wurde 1883 als Diplomatensohn in Teheran geboren, studierte zunächst Rechtswissenschaften und später an der TH München Architektur. Von 1911 bis 1920 beschäftigte er sich intensiv mit Bauforschungen und archäologischen Untersuchungen in Pompeji.

Nach dem Krieg war er vor allem an Planungsprojekten zum Wiederaufbau beschäftigt und hier vor allem in Kleinstädten, was noch wenig erforscht ist und mit dem sich Wild heute beschäftigt. Neben den zahlreichen Zuhörern aus Linnich, die seinen Vortrag erlebten, waren auch Gäste aus Jülich gekommen, die damit ihr Interesse bekundeten.

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