Großer Rahmen für die jungen Talente

Von: Hilde ViehöFer-Emde
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Die Teilnehmer am Musikförderpreis des Jülicher Lions Clubs – mit den Siegern in der Mitte – begeisterten mit instrumentalen Fähigkeiten das Publikum in der Schlosskapelle. Foto: Emde

Jülich. Der Lions Club Jülich hat einen Musikförderpreis ausgeschrieben, um talentierte junge Menschen zu fördern, deren Leidenschaft das Instrumentalspiel ist. Bei ein Auswahlvorspiel vor einem Monat hatte eine fachkundige, unabhängige Jury, die hochkarätig besetzt war, insgesamt elf junge Musiker ausgewählt.

Unterteilt in zwei Gruppen – Kinder des Jahrgangs 2003 oder jünger, sowie Jugendliche der Jahrgänge 1997 bis 2002 – durften die ausgewählten jungen Musiker beim Abschlusskonzert in der Schlosskapelle ihren Beitrag in orchestraler Begleitung präsentieren, eine Besonderheit, die für die Schüler nicht alltäglich ist.

Der konzertante Teil des Abends stand im Mittelpunkt, wenn auch Erklärungen und Wortbeiträge einen zeitlich großen Raum in Anspruch nahmen. So war die Geduld des Publikums gefordert, um nach über drei Stunden das sehnsüchtig erwartete Wettbewerbsergebnis zu erfahren.

Unterschiedliche Präsentation

Erfreulich waren die musikalischen Beiträge der jungen Musiker und interessant die unterschiedliche Präsentation. Von großer Aufregung und Bescheidenheit, von Natürlichkeit und gesundem Selbstbewusstsein bis zum übersteigerten Selbstbewusstsein und Selbstdarstellung waren alle Ausrichtungen gängiger Auftrittspraxis zu erleben.

Davon unabhängig durchweg bemerkenbswert waren die solistischen Leistungen der jungen Musiker.

Bei der ersten Altersgruppe begeisterten gleichermaßen die fünf Kinder, die, zehn und elf Jahre alt, anspruchsvolle Kompositionen vortrugen. Kimia Wille aus Jülich spielte sauber und durchaus ihrem Alter angemessen Largo und Allegro aus einem Konzert von G. Ph. Telemann. Manuel L´Orteye aus Übach-Palenberg wagte sich an die hoch anspruchsvolle Badinerie aus der h-moll Suite von J. S. Bach heran. Mit kräftigem Ton und technisch versiert meisterte er in großer Bescheidenheit den für jeden Flötisten äußerst schwierigen Part.

Zoe Freitag aus Eschweiler agierte hingegen äußerst selbstbewusst. Mit Gestik und Körpersprache der großen Stars setzte sie auch ihr Programm in Szene. Das Allegro Moderato aus dem Konzert für Violine und Orchester spielte sie mit großem Engagement und überspielte Unsicherheiten mit Nonchalance. Eleanor Pals aus Aachen beeindruckte mit einer soliden Darbietung des Allegro Moderato von F. Küchler.

Ein großartiger Abschluss des ersten Programmteils gelang dem zehnjährigen Lian-Elias Schell mit der Elegie C-Moll von G. Fauré. Auswendig gespielt wurde sein Beitrag am Cello zu einem beglückenden Erlebnis an diesem Abend.

Im zweiten Programmteil zeigten die etwas älteren Musikschülerinnen und -schüler ihr Können. Charlotte Pape aus Jülich begeisterte und verzauberte ihr Publikum mit ihrem Allegro und Siciliano von G. Sammartini in rasantem Tempo auf der Blockflöte. Henrike Wille aus Jülich bot einen anspruchsvollen, konzertanten Beitrag mit den drei Sätzen des „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von A. Vivaldi. Besonders der erste Satz war gelungen und in harmonischem Zusammenspiel mit dem Orchester.

Ausgereift

Beeindruckend musikalisch ausgereift war die Interpretation des Konzertes a-Moll für Cello und Orchester von A. Vivaldi mit dem Solisten Marius Ebbertz aus Düren. Er spielte auswendig und ausgesprochen souverän, fantastisch das musikalische Zwiegespräch mit dem Cellisten des Orchesters. Sein warmer, singender, voller Ton wird in Erinnerung bleiben.

Eine ausgereifte, ausdrucksstarke Leistung bot auch Jan Ackermann aus Jülich. Sehr natürlich und unspektakulär agierte er am Flügel und stellte damit seine Kunst in den Mittelpunkt des Geschehens. Das Konzert Allegro Molto des A-Dur Konzertes von Karl Ditters von Dittersdorf erhielt durch seine Spielweise eine neue Frische und Natürlichkeit.

Die junge Querflötistin Andrea Bergk aus Aldenhoven blies das Allegro Moderato aus dem Konzert von J. Haydn solide und meisterte auch die anspruchsvollen Läufe. Ton und Dynamik sind noch ausbaufähig. Jana Schell bot einen grandiosen Abschluss mit dem Konzert Nr 1. B-Dur für Violine und Orchester von W.A. Mozart. Die leicht hektische Bogenführung und die Ausgewogenheit des Tons sind noch verbesserungsfähig. Auswendig musiziert ließ ihr Beitrag auf ein großes Talent hoffen.

Die glücklichen Gewinner des Publikumspreises sind Zoe Freitag und Charlotte Pape. Gewinner der Altersgruppe 1 durch die Jury ist Lian-Elias Schell und der Altersgruppe 2 Jana Schell.

Alle Teilnehmer, die an diesem Abend ihren großen Auftritt hatten, ernteten für ihr besonderes Können viel Applaus erhielten. Der Wettbewerb sollte allen Kindern und Jugendlichen Auftrieb geben, ihrer Leidenschaft für die Musik treu zu bleiben und ihr Talent zu nutzen und auszubauen.

Musikalisches Ereignis

Der Dank des Lions Clubs Jülich galt den Sponsoren und Juroren sowie den Musikern des Orchesters unter der Leitung von Stefan Palm, ohne die dieses große musikalische Ereignis in Jülichs Schlosskapelle nicht möglich gewesen wäre.

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