Großer Bahnhof für den Jülicher Bürgerbus

Von: Volker Uerlings
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Fahrkarte auf Knopfdruck: Klaus Krüger hat schon einmal auf dem Fahrersitz des Jülicher Bürgerbusses Platz genommen. Foto: Uerlings

Jülich. Man muss kein Prophet sein: Die Wege innerhalb von Jülich werden ab Montag für viele Einwohner kürzer. Dann rollt nämlich der Bür­gerbus, der Menschen ohne Auto oder mit Geheinschränkung ein fast unschlagbares Mobilitätsangebot unterbreitet.

Quer durch die Stadt und zurück für 2,50 Euro (einfache Fahrt 1,50 Euro). Viele markante Punkte werden angesteuert, weil binnen eines Jahres der Bürgerbusverein gegründet worden und mit hohem Tempo in Fahrt gekommen ist.

Er hat sein erstes Ziel erreicht: Am Freitag gab es für den eher kleinen Bus einen großen Bahnhof im Rathaus: An die 100 Menschen wohnten einer Feierstunde zum bevorstehenden Start bei. Diese Resonanz und die Tatsache, dass sich bislang 36 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer gefunden haben, deuten stark darauf hin, dass hier ein ÖPNV-Angebot unterbreitet wird, das der Stadt gefehlt hat.

Großes Lob gab es für die Vereinscrew um den Vorsitzenden Klaus Krüger, aber auch die Koordinatoren in der Stadtverwaltung, Dezernentin Katarina Esser und Claudia Tonic-Cober, die viele bürokratische Hürden zu nehmen hatten, aber nicht strauchelten. Das würdigten sowohl Bürgermeister Axel Fuchs als auch Landrat Wolfgang Spelthahn, der als Aufsichtsratschef die Dürener Kreisbahn vertrat, die Partner und Pate des Angebotes ist. Fuchs brachte es auf den Nenner: „Sie alle machen Jülich mobil.“

Natürlich sind mit dem Bürgerbus nicht alle ÖPNV-Pro­bleme gelöst, vor allem nicht in den Jülicher Ortsteilen. Der Bürgerbusverein sieht diese Probleme auch und wollte ursprünglich alle Stadtteile in die Linienführung einbinden, berichtete Klaus Krüger, aber es gibt Auflagen: Der Bürgerbus darf nicht zum bestehenden Nahverkehr in Konkurrenz treten – und das wäre dann der Fall. Aber es tut sich etwas, wenn der neue Nahverkehrsplan des Kreises 2018 zum Tragen kommt.

Der achtsitzige Mercedes Sprinter steht bereit, ist dekoriert mit Werbebannern von Sponsoren, die für die Finanzierung wichtig sind, obwohl es Zuschüsse vom Land gab und gibt. Die Stadtwerke spendierten eine Standheizung. Aber Anschaffung, Fahrer-Untersuchungen und -Ausbildung sowie Betriebskosten sind teuer. Der beste Fall wäre eine „schwarze Null“, wenn der Bürgerbus gut genutzt wird. Sollte es anders kommen, übernimmt die Stadt das Defizit. Das alles ist aber Zukunftsmusik. Nun müssen sich Transportmittel, Fahrplan und Linienführung im Ernstfall bewähren.

Route und Plan hat der Verein mit einem Wohnmobil und Stoppuhr ausgetüftelt, wie ein Vorstandsmitglied bei der Feier am Freitag verriet. Und seit einer Woche werden die 36 Fahrerinnen und Fahrer mit dem Bus und den Linien vertraut gemacht, sagte Klaus Krüger. Es sind vorwiegend Rentner(-innen), die dem Start entgegen fiebern.

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