Jülich - Große Typisierungsaktion für leukämiekranke Judith aus Jülich

Große Typisierungsaktion für leukämiekranke Judith aus Jülich

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisiert in ihren Laboren Gewebeproben von potenziellen Spendern, um beispielsweise Leukämie bekämpfen zu können. Foto: Oliver Killig/dpa
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Foto: Jansen
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ARCHIV - Eine Angestellte sieht sich am 20.01.2012 in einem Kühlraum der DKMS Life Science Lab GmbH in Dresden Blutproben an. Das Unternehmen, das zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gehört, typisiert in seinen Laboren Gewebeproben von potenziellen Spendern, um beispielsweise Leukämie bekämpfen zu können. Foto: Oliver Killig/dpa (zu dpa „Suche nach Stammzellspendern mit bundesweiten Aktionen“ vom 26.05.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Jülich. Am Anfang war der Schock. Judith, sechs Jahre alt und Erstklässlerin an der Katholischen Grundschule Jülich, hat Leukämie. Schon zum zweiten Mal in ihrem noch jungen Leben hat sie diese Diagnose erhalten. Diesmal steht fest: Judith aus Jülich braucht dringend eine Stammzellenspende. Bisher konnte kein passender Spender gefunden werden. Im Moment steht in den Sternen, ob das Mädchen ihre Träume einmal verwirklichen kann.

Judith will Reitlehrerin werden, oder Astronautin. So steht es auf dem Plakat, das die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und die Organisatoren der großen Typisierungsaktion in Jülich entworfen haben.

Für den nächsten Samstag, 18. Februar, rufen sie die Menschen dazu auf, sich typisieren zu lassen. Zwischen 11 und 16 Uhr können alle, die Judith und anderen Leukämiekranken helfen wollen, in der Turnhalle der Grundschule an der Linnicher Straße 69 eine Blutprobe abgeben. Mittlerweile zieht die Aktion große Kreise. Und das ist die Reaktion des Umfelds auf die Diagnose für Judith.

„Übrigens, sind Sie schon typisiert“, fragt Rektorin Diana Prömpers dieser Tage jeden, mit dem sie spricht. Prömpers und Alwin Markus Bulla, Chirurg am Jülicher Krankenhaus und Vater eines Klassenkameraden von Judith, bilden den harten Kern der Helfer, die dafür arbeiten, möglichst viele Menschen für die Typisierung zu gewinnen. „Mittlerweile haben wir 150 Menschen, die an dem Tag helfen“, sagt Prömpers und fügt mit stolzem Ton in der Stimme hinzu: „Wie toll das Klima an unserer Schule ist zeigt sich an vielen Rückmeldungen, die wir bekommen haben.“

Die Typisierungsaktion zieht auch an anderer Stelle weite Kreise. Bulla hat im Krankenhaus Jülich eine Rundmail geschrieben und darauf viele Zusagen zur Hilfe erhalten. „Und dann hat die Geschäftsführung die Mail auch an die anderen CTW-Krankenhäuser in der Region weitergeleitet. Jetzt helfen auch Kollegen aus Birkesdorf, Lendersdorf und Linnich. So sind 24 Blutabnahmeplätze zustande gekommen. Lange warten müssen die nicht, die sich typisieren lassen wollen.

Eine Typisierung ist das Untersuchen der Oberflächeneigenschaften der Blutzellen. Die DKMS macht kein Geheimnis daraus, dass die Trefferwahrscheinlichkeit in jedem Einzelfall gering ist, sie liegt zwischen 1:20.000 und 1:1.000.000. Von der Suche nach der Nadel im Heuhaufen spricht die DKMS immer. „Wir sind bereit, den ganzen Heuhaufen auf den Kopf zu stellen, um die Nadel zu finden“, sagt Prömpers.

400 Plakate haben die Helfer aufgehängt, 21.000 Handzettel verteilt. Eine Wunschvorstellung formulieren Prömpers und Bulla nicht. „Aber es wäre großartig, wenn wir alle Hände voll zu tun hätten“, sagt Bulla. Dass der Zuspruch groß wird, deutet sich an. Der Karnevalsverein aus Barmen, die Sandhase, haben ihr Kommen angekündigt, der Fußballverein Salingia ebenfalls.

Für die Typisierung in Frage kommen Menschen zwischen 15 und 55 Jahren. Helfen können alle. Jede Typisierung kostet rund 40 Euro. Deswegen werden auch Geldspenden gesucht für Judith und viele andere Menschen, die auf einen Stammzellenspender warten.

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