Große Nachfrage: Glasmalerei-Museum verlängert Sonderschau

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An der Vernissage der Sonderausstellung „Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland“, im April im Glasmalereimuseum Linnich war auch der Künstler persönlich beteiligt. Nun ist die Schau wegen der großen Nachfage um einen Monat verlängert worden. Foto: Kròl

Linnich. Die Laufzeit der Sonderausstellung „Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland“, die ursprünglich am kommenden Sonntag,18. Dezember, endete, wird wegen der großen Nachfrage verlängert bis zum 22. Januar.

Markus Lüpertz, geboren 1941 in Reichenberg/Liberec in Böhmen, hat in den vergangenen fünfzig Jahren ein einzigartiges Werk in der Geschichte der modernen Kunst geschaffen und zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Zu seinen Tätigkeitsfeldern gehören neben der Malerei auch die Bereiche Skulptur, Grafik, Bühnenbild, Dichtung und Musik. Bekannt wurde Lüpertz durch seine ausdrucksstarken Gemälde, die gekennzeichnet sind durch eine große Farbintensivität, einer expressiven Formensprache und einer Monumentalisierung des Bildgegenstandes.

Seit vielen Jahren gehört auch die Glasmalerei zu seinem Repertoire. In der Geschichte der modernen Glasmalerei des 20. Jahrhunderts ist es vor allem das großartige und bahnbrechende Werk von Johan Thorn Prikker und Georg Meistermann, das ihn künstlerisch herausfordert. Er begibt sich ganz in die Tradition der musivischen Bleiverglasung und wendet dabei die vielfältigen Techniken der aktuellen Glasbearbeitung an.

Viel beachtete Fenster geschaffen

Bei der Eröffnungsausstellung „Lichtblicke“ des Deutschen Glasmalerei-Museums 1997 war Markus Lüpertz bereits mit dem Glasgemälde „Männer ohne Frauen – Parsifal“ vertreten. Bereits einige Jahre zuvor (1989/90) führte der Künstler Entwürfe für die Kathedrale in Nevers (F) aus, die jedoch nicht realisiert wurden. 2002 gestaltete er das prachtvolle kleine Tympanonfenster in der Totentanzkapelle der Lübecker Marienkirche.

Von 2005 bis 2010 schuf Lüpertz die viel beachteten Fenster für St. Andreas in Köln: Zwölf Fenster für den Machabäerchor und den Marienchor der mittelalterlichen Kirche. 2009 entstand die eindrucksvolle gläserne Bildwand für die Krankenhauskapelle St. Martin im Stiftungsklinikum Koblenz; 2013 folgte die Gestaltung der Fenster für die kleine Dorfkirche in Gütz bei Halle.

Im vergangenen Jahr kehrt der Künstler mit einem großen Geschenk in das Deutsche Glasmalerei-Museum zurück: Entwürfe für zwei monumentale Glasgemälde mit einer Vanitas-Thematik. Die Glasgemälde wurden speziell für das Linnicher Museum entworfen und werden fortan die zeitgenössische Galerie bereichern.

Das gewählte Motiv ist ein charakteristisches und wiederkehrendes Sujet im Oeuvre von Markus Lüpertz, speziell auch im Bereich der monumentalen Künste: Erinnert sei an das Tympanonfenster in Lübeck und das in diesem Zusammenhang entstandene Gemäldefries Totentanz (2002) in der Kirche St. Franziskus in Mönchengladbach-Rheydt. Zusätzlich zur großzügigen Schenkung von Markus Lüpertz zeigt das Museum weitere Glasmalereien, Entwürfe und Gemäldekartons.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der das umfangreiche glasmalerische Werk des Künstlers dokumentiert.

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