Gräben offen für Glasfaserkabel

Von: hfs.
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Beigeordneter Jürgen Frantzen hofft, dass die Telekom die Möglichkeit nutzt, in den Graben zwischen Ameln und Rödingen Leerrohre oder gleich Glasfaserkabel zu legen, damit Internetanschlüsse schneller werden. Foto: hfs.

Titz. Ohne gut funktionierendes Internet kann sich keine Gemeinde entwickeln. Erst recht nicht, wenn es sich um eine Landgemeinde wie Titz handelt. „Große Fläche, viele Ortsteile, wenig Einwohner, so gut wie kein Glasfaserkabel”, umschreibt Beigeordneter Jürgen Frantzen den Ist-Zustand. Den möchte er abschaffen

Vorausgesetzt, die Telekom oder andere Netzbetreiber spielen mit. Bereits im vergangenen Herbst beschäftigte sich der Beigeordnete der Gemeinde Titz mit dem Breitband-Angebot in der Kommune, ließ im Amtsblatt einen Fragebogen veröffentlichen, mit dem die Gewohnheiten, Wünsche und die Bereitschaft einer Kostenbeteiligung abgefragt wurden.

„Die Resonanz war riesig”, stellte Frantzen fest. Was auffiel war auch die Tatsache, dass viele Titzer Bürger beruflich das Internet nutzten beziehungsweise nutzen wollen. „Wenn man nur einen DSL-Light-Anschluss hat, der mit 368 Kilobit funktioniert, dann ist schnell Schluss mit lustig.”

Im Grunde genommen sind es nur die Bürger in Ameln und Jackerath, die über ein einigermaßen schnelles Netz verfügen. Ameln deshalb, weil vor der Ortschaft ein so genannter Telekom-Knotenpunkt liegt. „Der ist natürlich mit Glasfaserkabel erschlossen. Alle Abzweigungen verlassen diesen aber mit Kupferkabel.” Je weiter der Kunde von diesem Knotenpunkt entfernt ist, desto schlechter ist die Übertragungsgeschwindigkeit.

Frantzen: „Von 16 Mega-Bit können wir hier in Titz nur träumen.” Doch nun ergreift er die Initiative und geht in direkten Gesprächen mit der Telekom das Problem an. Überall dort, wo gebuddelt wird - für Kanal-, Wasseranschluss oder Stromversorgung - bietet er dem Netzbetreiber an, entweder Lehrrohre oder schon Glasfaserkabel mit zu verlegen. „Kostenlos, die Telekom spart dadurch den Aushub”, lockt Frantzen.

Eine solche Kooperation könnte schon in wenigen Wochen greifen, denn der Energieversorger EWV verlegt zwischen Ameln und Rödingen, ungefähr auf halber Wegstrecke, in Richtung Rödingen eine Mittelspannungsleitung. Die Gemeinde selbst setzt auf ihre Kosten einen Bagger in Gang und lässt in anderer Richtung einen Graben für die Wasserversorgung zum Anschluss der Ortschaft Rödingen ans eigene Wasserwerk erstellen.

„Und in diesen Graben kann die Telekom ihre Rohre oder Kabel ziehen”, würde nach Berechnungen Frantzens der Telekommunikationskonzern ungefähr 30.000 Euro sparen. „Dies muss doch für ein Unternehmen, das wirtschaftlich denkt, ein Anreiz sein”, hofft Frantzen und kann sich vorstellen, dass beim Ausbau der Kreisstraße 5 zwischen Müntz und Hasselsweiler ähnlich vorgegangen wird. „Auch dort werden Gräben ausgehoben, auch die können für die Verbesserung des Breitbandangebots genutzt werden.”

Wirtschaftlicher Anreiz

Dass der lila Riese keine Rechtsverpflichtung hat, ein schnelles Internet anzubieten, hebt Jürgen Frantzen hervor. „Aber es muss doch, auch unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen, für die Telekom interessant sein, Kooperationsangebote zu nutzen.”

Ausdrücklich begrüßt wird in Titz auch die Initiative des Kreises Düren, ebenfalls auf den Breitbandzug aufzuspringen und für eine kreisweite Verbesserung der Geschwindigkeit der Internetanschlüsse zu sorgen. „Der Glasfasertechnik gehört die Zukunft. Und von der dürfen die Landbewohner nicht ausgeschlossen werden”, betont Frantzen.
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