Grabvergrößerung beschäftigt Jülicher Politik

Von: ahw
Letzte Aktualisierung:
8410748.jpg
Inge Havers an dem fraglichen Grab, über dessen zusätzliche Einfassung sie seit drei Jahren mit der Stadt Jülich im Clinch liegt. Foto: Wolters

Jülich. Wehmütig schaut Inge Havers auf das Grab ihrer Eltern: „Das tut auch weh“, sagt sie und meint damit weniger den Verlust ihrer Angehörigen als die seit drei Jahren währenden Auseinandersetzungen mit der Stadt Jülich.

Erst kurz vor dem Tod ihrer Mutter Anfang August 2011 hatte Havers die dreizeilige Familiengrabstätte auf dem Friedhof Merscher Höhe auf ein Einzelgrab für beide Elternteile reduzieren lassen. Dabei wurde der beauftragte Steinmetz gebeten, die nicht mehr benötigten Einfassungsstücke des größeren Altgrabes bodenbündig als zusätzliche Sicherung um die neue Einfassung zu verlegen, da dort nach starken Regenfällen das Erdreich immer weggespült werde. Das Wahlgrab befindet sich nämlich in einem abschüssigen Teil des Friedhofes, so dass sich die Wege bei Regen in kleine Bäche verwandeln.

Der Steinmetz gab der Auftraggeberin darauf zu verstehen, dass er sich diese Arbeiten erst von der Stadt Jülich genehmigt lassen müsste. Dies habe er vor Ort mit dem zuständigen Vorarbeiter abgestimmt, wie es schon seit Jahrzehnten praktiziert werde. Der habe bislang solche Entscheidungen treffen können und nur in Zweifelsfällen seine Vorgesetzten eingeschaltet. „Er hat die Problematik erkannt und die Lösung genehmigt, so dass wir guten Gewissens die Arbeiten ausgeführt haben“, schreibt der Steinmetz in einer Stellungnahme zu dem Fall, der noch folgen sollte.

Durch die zusätzliche Einfassung wurde die Grabanlage von den erlaubten 1,10 x 2,50 m auf 1,68 x 3,10 m auf dem Kommunalfriedhof vergrößert. Die Aufforderung der Stadt, die einen Rückbau der Grabanlage fordert, folgten Eingaben der Betroffenen beim Jülicher Beschwerdeausschuss, der denn Fall an den Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss überwiesen hat, wo er heute zur Tagesordnung steht.

Zwischenzeitlich haben Bündnisgrüne und FDP den Antrag gestellt, die derzeitig gültige Friedhofssatzung dergestalt zu verändern, dass solche begründeten Ausnahmen – wie hier zum Schutz gegen Unterspülung – im direkten Umfeld einer Grabstätte möglich gemacht werden. Die Stadtverwaltung sieht das aber anders.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert