Goldschmiedin traurig: Das „Meisterstück” hat jetzt ein anderer

Von: Christina Diels
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Konzentriert auf ihre Arbeit mit dem Bunsenbrenner: Isabelle Schmitz, angehende Goldschmiedin, hat mit ihrem ersten Schmuckstuck, einem Karnevalsorden in Form einer Weltkugel, den Lehrlingswettbewerb der Innung der Gold- und Silberschmiede gewonnen. Foto: C. Diels

Jülich. Schon schade. Isabelle Schmitz, 19, zuckt mit den Schultern. Ihr erstes Schmuckstück, einen Karnevalsorden, musste sie nach 35 Arbeitsstunden gleich aus der Hand geben. Sie hätte ihn gerne behalten.

Doch die angehende Goldschmiedin hat mit diesem Orden den ersten Preis beim Lehrlingswettbewerb der Innung gewonnen - und die Handwerkskammer hat den Karnevalsorden zum Auftakt der Session an eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens verliehen. Schon schade, aber so eine Auszeichnung hat eben ihren Preis.

Silber als Kontrast

Ein Jahr lang darf nun Stefan Weismann, Präsident des Landgerichts Aachen, Isabelle Schmitz erstes Schmuckstück um den Hals tragen. Es ist eine Weltkugel aus Kupfer, die die 19-Jährige aus zwei Halbkugeln zusammengesetzt hat. Aus zwei Kupferplatten hat sie die beiden Hälften geklopft und auf die Kugel Kontinente aufgelötet. „Aus Silber”, erklärt die Nachwuchshandwerkerin. „Damit der Kontrast größer ist.”

Zwar dreht sich ihre Weltkugel nicht, aber dennoch passte ihr Entwurf zu dem ausgeschriebenen Motto des Wettbewerbs „Mobilität im 21. Jahrhundert”. Genauso wie die drei Umlaufbahnen, die sie aus Silber angelötet hat. „Die deuten auf Bewegung hin”, meint Schmitz.

Zum Schluss hat sie noch diverse Fortbewegungsmittel angelötet: Ein kleines Rad, ein Boot, ein Flugzeug, einen Fußgänger, ein Auto und eine Rakete. Aus Wachs modelliert, eine Gipsform angefertigt hat sie die Elemente dann zum Gießen weggeben.

„Das machen wir nicht selber hier”, sagt Schmitz, die in der Jülicher Werkstatt von Goldschmiedmeister Guido Molls im September ihre Ausbildung angefangen hat. Ein paar Übungsstunden waren drin, dann legte sie los. Mitte Oktober musste sie ihren Entwurf für den Karnevalsorden schon abgeben.

„Ein bisschen haben wir geholfen”, gibt Molls zu. „Aber ihre Leistung ist toll”, lobt er. Schließlich fertigt der Nachwuchs im ersten halben Jahr der Ausbildung eigentlich nur Übungsstücke.

In einem Jahr muss auch Präsident Weismann den Orden aus der Hand geben. Dann wird das Stück im Aachener Marschiertor, dem Hauptquartier der Stadtgarde Oecher Penn ausgestellt. Mit mit zwei Unikaten von zwei Goldschmiedinnen aus dem 2. und 3. Ausbildungsjahr. Die mussten sich auch von ihrem Orden trennen.
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