Barmen - Glanzvolle Aufführung des „Messias“

Glanzvolle Aufführung des „Messias“

Von: hivi
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Herzlichen Applaus für eine grandiose Aufführung von Händels „Der Messias“ ernteten Chor, Solisten und Orchester. Foto: Emde

Barmen. Mit dem Overbacher Kammerchor, Kammerorchester und dem Solistenquartett verfügte Kerry Jago über ein ausgezeichnetes Instrumentarium, um das gigantische Werk von Georg Friedrich Händel „Der Messias“ aufzuführen.

Der sakrale Kirchenraum der Overbacher Klosterkirche war würdiger Rahmen für dieses Konzert zur Weihnachtszeit, das viele Zuhörer nach Barmen lockte.

Das Werk ist nicht als Stück zur Weihnacht geschrieben. Die biblischen Texte sind dem Alten sowie dem Neuen Testament entnommen. Sie weisen in einer Meditation die christliche Heilsgeschichte von den alttestamentarischen Prophezeiungen und ihre Erfüllung in Leben, Wirken, Kreuzigungstod und Auferstehung Jesu aus. Das Werk ist als die Summe seiner Teile zu betrachten. Die Göttlichkeit Jesu Christi steht immer im Vordergrund. So passt „Der Messias“ doch besonders gut in die Zeit des Advents und der Weihnacht, da die Geburt des Kindes und seine Göttlichkeit die Hoffnung für alle Christen bedeutet.

In nur 24 Tagen komponierte Händel dieses großartige Werk, dessen Texte auf der Zusammenstellung von Charles Jennes beruhen. Teilweise auf vorhandenem Material beruhend schuf der Komponist eine geistliche Oper, bei der die Chorsätze mit ihrer solistischen Struktur im Vordergrund stehen.

Der Overbacher Kammerchor bestach durch völlig ausgewogene Stimmen, klangliche und stilistische Sicherheit und Intonationsstabilität. In intensiver Probenarbeit wurde die vorzügliche Chorleistung, auf der die Aufführung basierte, vorbereitet. Pointiert gestaltete Kerry Jago die unterschiedlichen Passagen mit großem Einfühlungsvermögen.

Das Solistenquartett bestand aus bewährten Sängerinnen und Sängern, die Rezitative und Arien souverän darboten. Judith Mohr sang mit zauberhafter Leichtigkeit. Mit frischem, klarem Sopran vermittelte sie besonders einfühlsam die friedliche Stimmung der lyrischen Arie zur Hirtenszene. Lidewij Taat bestach mit weicher, voller Altstimme und erfüllte ihren Part mit vokaler Geschmeidigkeit. Der Tenor Udo Glasmacher deklamierte mit großer Textverständlichkeit die Rezitative und angenehmer Frische seine Arien. Andreas Weller verfügt über einen flexiblen Bass, dem jedoch Tiefe und Volumen fehlen. Angenehm waren seine markante Artikulation und sichere Intonation.

Spieltechnisch blieb das Overbacher Kammerorchester den Sängerinnen und Sängern nichts schuldig. Als homogener, sicherer Klangkörper bot das Orchester sowohl in Klangschönheit wie auch in absoluter Sicherheit bei begleitenden Parts ein glanzvolles Bild.

Hervorzuheben ist sicherlich auch Leonard Rathmann, der mit seinem Trompetensolo im Duett mit Andreas Weller eine Meisterleistung in Brillanz des Tons und spieltechnischer Perfektion bot.

Kerry Jago führte den Klangkörper mit großem Einfühlungsvermögen. Er traf den Charakter des Werkes in seiner Strahlkraft und positiven Aussage und führte Ensembles und Solisten mit sicherer Hand sowohl in straffen, temporeichen wie auch gesanglich weichen Partien.

Die Zuhörer erlebten eine grandiose Aufführung eines großen Werkes. Anerkennender und herzlicher Applaus und als Zugabe noch einmal das jubelnde Halleluja, bei dem Pauken und Trompeten proklamieren, dass Christus der Herrscher der Erde ist, beschlossen einen großartigen Konzertnachmittag.

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