Glätte-Gefahr: Wo wird gestreut und wo nicht?

Von: Simone Dolfus
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Wer auf den Straßen nicht aufpasst, gerät schnell ins Rutschen. Aufgrund des heftigen Wintereinbruchs arbeitet der Bauhof eine Prioritätenliste ab. Der Parkplatz an der Bahnhofstraße gehört nicht Foto: Dolfus

Jülich. Keinen Hund vor die Tür jagen mochte man Donnerstagfrüh, als es bei eisigen Temperaturen wieder schneite. Viele müssen aber mit dem Hund das warme Haus verlassen, um Gassi zu gehen.

So auch Magdalene Schneider, Anwohnerin des Linzenicher Wegs in Bourheim. Sie beschwert sich bitterlich über den mangelnden Winterdienst auf der Straße. „Spiegelglatt” sei die Fahrbahn unter dem Neuschnee. „Ich habe beim Bauhof angerufen, da ging noch nicht einmal jemand ans Telefon”, ärgert sie sich. Sie bezahle den Winterdienst, da wolle sie auch Nutzen davon haben.

Viele Mitbürger wenden sich momentan hilfesuchend an den Bauhof, berichtet dessen Leiter Markus Danz. „So leid uns das tut, aber wir haben eine Prioritätenliste, nach der wir vorgehen”, erklärt er. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs besteht nur an „gefährlichen und verkehrswichtigen Stellen” eine Streupflicht. Diese werden demnach zuerst geräumt. Das sind zum Beispiel Haupt- und Durchgangsstraßen mit Einmündungen wie die Große Rurstraße in Jülich, die Alte Dorfstraße in Broich oder die Herrenstraße in Barmen.

„Für alle anderen Straßen besteht für die Kommunen keine Verpflichtung”, betont Markus Danz. Für manche Jülicher Straßen sei die Winterdienstpflicht sogar komplett auf die Anwohner übertragen: Am Wasserwerk, Euskirchener und Mariengartenstraße (neuer Teil), Neuburger Straße, Pfälzer Straße und Trierer Straße.

Gerade bei Anrufen von Senioren versuche der Bauhof sein Möglichstes, „punktuell” den Räumdienst zu schicken. Der zählt in der Bereitschaft 13 Mitarbeiter, im Tagesdienst wird alles verfügbare Personal eingesetzt, um den 160 Straßenkilometern annähernd Herr zu werden - auch per Handstreuung auf Brücken und an Bushaltestellen. Denn auch das technische Gerät des Bauhofs ist mit 3 Lkw und 3 Traktoren mit Streuer und Räumschaufel begrenzt. Danz: „Die Stadt tut das, was in ihrer Leistungsfähigkeit steht.” Aber alle Straßen zu räumen, sei gerade bei dem extremen Wintereinbruch zur Zeit unmöglich, „das ist gar nicht zu leisten.”

Haushalten muss der Bauhof mit dem Streusalz, auch wenn nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres etwa fünf Mal mehr Salz geordert wurde als in einem „normalen” Winter nötig ist. Maximal 1000 Tonnen stehen der Stadt Jülich für den Winter 2010/11 zur Verfügung. Danz appelliert aber auch an die Umsicht der Verkehrsteilnehmer: „Dann muss ich eben ´mal früher aufstehen.”
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