Glänzende Aussichten für Forschungsstadt

Von: Arne Schenk
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Mit Gershwins „Summertime” beschworen „Sax-o-five” vom Gymnasium Haus Overbach sommerliche Klänge mitten im Winter, passend zur Aufbruchstimmung in das Auditorium am Solarcampus. Foto: Schenk

Jülich. „Historische Festungsstadt - moderne Forschungsstadt”: Der zweite Teil des Jülicher Mottos erlaubt einen überaus optimistischen Blick in die Zukunft. So stellten es zumindest die Festredner auf dem Jahresempfang am Campus Jülich dar.

Dass diese Einschätzung durchaus berechtigt scheint, bewies allein die hochkarätige Besetzung von Prominenz aus Politik, Verwaltung, Forschung, Handel und Industrie im Publikum und hinter dem Rednerpult.

Als sichtbares Signal für den Aufbruch in die neue Zeit recken sich sieben Kräne in die Winterluft: Ein „Juwel für den Kreis Düren” nannte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel den Neubau auf dem Campus Jülich, und zugleich ein äußeres Zeichen für die bereits erfolgte Modernisierung und Umstrukturierung des Standortes Jülich. Das Richtfest ist für den 20. März, 14 Uhr, geplant.

Neben den 56 Millionen Euro für den Neubau stellen Bund und Länder laut Hochschulpakt 2020 1,3 Milliarden Euro für den Ausbau der Fachhochschulen bis 2011 zur Verfügung in Hinsicht der Erhöhung des Anteils der Studienanfängerplätze.

Der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) kam ebenfalls mit froher Kunde, denn am selben Tag hatte der NRW-Landtag ein Gesetz verabschiedet, nach dem bis 2013 noch einmal 1,3 Milliarden Euro in den Ausbau der Fachhochschulen gesteckt werden. Zudem habe die Landesregierung wenige Stunden vor dem Empfang festgelegt, dass im Konjunkturpaket II 464 Millionen Euro für die Sanierung der Hochschulen verankert sind.

Ein Anstoß für die kräftigen Finanzspritzen sind sicherlich auch die steigenden Studienanfängerzahlen, auf die Rachel hinwies und die Prof. Manfred Schulte-Zurhausen, Rektor der FH Aachen, konkretisierte. So ist die Zahl der Studienanfänger im 1. Fachsemester an der FH von 1912 im Jahr 2007 auf 2109 im Jahr 2008 gestiegen, davon 463 zu 647 in Jülich, was hier eine Steigerung von 40 Prozent bedeutet. Geplant sind 120 neue Studienplätze in Jülich, 380 weitere in Aachen.

Kriterien für den Ausbau der bestehenden Fachhochschulen sind die Anbindung an das regionale Entwicklungspotenzial und die Einbeziehung des Bedarfs der regionalen Wirtschaft nach akademisch ausgebildeten Fachkräften.

Die Herzogstadt und Umgebung böten hierfür beste Voraussetzungen, wie unter anderem Bürgermeister Heinrich Stommel bekräftigte und dabei das Forschungs- und das Technologiezentrum sowie die beiden noch im Bau befindlichen Projekte, das Solarthermische Versuchskraftwerk und das Science College am Haus Overbach Barmen erwähnte.

Ein Schwerpunkt liegt beim College auf der Vermittlung der so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Eine hervorragende Voraussetzung für künftige FH-Studenten, denn der besondere Erfolg in Lehre und Forschung der FH Aachen in diesen Fächern führte laut Aussage der Vergabe-Jury mit dazu, dass Aachen vom Ausbau der Fachhochschulen profitiert.

Dass die Barmener Bildungsstätte neben der wissenschaftlichen auch andere starke Qualitäten besitzt, demonstrierte im übrigen das vom Gymnasium Haus Overbach stammende Bläserquintett „Sax-o-five”, das mit „Summertime” Wintertrübsinn zeitweilig wegblies.

Insofern bedankte sich Campus-Sprecherin Angelika Merschenz-Quack auch bei Rachel und Wirtz wie bei dem Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, Harald K. Lange, über die Verwirklichung des Neubaus: „Danke, dass das, was da hinten steht, geschehen ist. Ohne Sie hätte das nicht funktioniert.”
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