Barmen - GirlsDay in Barmen: Zwölfjährige will hoch hinaus

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GirlsDay in Barmen: Zwölfjährige will hoch hinaus

Von: hfs.
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Larissa Kühl stand gestern ih
Larissa Kühl stand gestern ihren „Mann” auf dem Gerüst von Dachdeckermeister Andrè Tiede (l.). Anlässlich des Girls Day wollte die zwölfjährige Schülerin einmal einen typischen Männerberuf kennenlerren. Foto: hfs.

Barmen. „Ich suche einen Job, bei dem man an der frischen Luft ist. Und dieses Handwerk fasziniert mich einfach”, sagt Larissa Kühl. Beim gestrigen GirlsDay sah die zwölfjährige Schülerin die Gelegenheit gekommen, einmal jemanden aufs Dach zu steigen. Hilfe leistete ihr dabei der Barmener Dachdeckermeister Andrè Tiede.

Der GirlsDay ist der Aktionstag am 26. April, der speziell Mädchen motivieren soll, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. „Er soll dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in den so genannten ,Männerberufen zu erhöhen.”

Andrè Tiede ist 33 Jahre alt und seit November letzten Jahres selbstständiger Dachdeckermeister. Und er kennt sich bestens aus mit Frauen in seinem Beruf. „Beim Meisterlehrgang in Mayen hatten wir drei Frauen unter 102 Kandidaten. 100 haben die Prüfung bestanden, alle Frauen waren darunter, und eine von ihnen wurde sogar die Lehrgangsbeste”, lobt Tiede. Was seine „Praktikantin” mit einem Lächeln quittiert.

Warum sich die Schülerin aus Elsdorf gerade den Barmener Dachdeckerbetrieb ausgesucht hat, ist einfach. „Der Herr Tiede war der einzige, der sich bereiterklärt hat, ein Mädchen zu nehmen”, so die Schülerin.

Die Jugendliche steht sehr selbstbewusst auf dem Gerüst und legt fein säuberlich die alten Pfannen ab, die ihr Norbert Hecker angereicht hat. Ganz oben in der „Kette” kniet Dachdeckermeister Tiede, der die alten Dachpfannen entfernt und später das Dach neu eindeckt. Mit Hilfe seines Angestellten und natürlich der von Larissa Kühl.

Auf die Frage, ob sie denn schwindelfrei sei, kommt ein klares Ja. „Die Höhe macht mir nichts aus, es macht einfach Spaß”, betont die Schülerin. Ob sie später einmal eine Lehre als Dachdecker machen will, steht allerdings noch längst nicht fest. „Ich wollte zuerst einmal in den Beruf reinschnuppern.”

Gerade dies ist es, was die Initiatoren des GirlsDay - der Gemeinschaftsinitiative gehören unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesagentur für Arbeit oder zum Beispiel der Zentralverband des Deutschen Handwerk an - bezweckt haben, als sie den Aktionstag am 26. April 2001 aus der Taufe hoben.

Mit damals 39 Veranstaltungen in Deutschland und rund 1800 Teilnehmerinnen. Beim vorletzten „Mädchentag” 2010 waren die Zahlen auf insgesamt 9618 Veranstaltungen mit rund 123 000 Mädchen und Frauen gewachsen.

„Mit solchen Aktionstagen können wir zum einen interessierte Frauen an Männerberufe heranführen, zum anderen auch damit helfen, Fachkräfte für unseren Berufsstand zu gewinnen.” Andrè Tiede ist hellauf begeistert. Auch von seiner jungen Kollegin, der zwar der Wind die Haare zu Berge bläst, aber nicht ihre Begeisterung schmälert, mit zwei gestandenen Dachdeckern einen Tag in luftiger Höhe zu verbringen.

„Doch, es macht großen Spaß”, sagt auch Norbert Hecker, der der jungen Dame noch so machen Tipp gibt, damit der GirlsDay ein rundum gelungener Schnuppertag in einer bisher fast ausschließlich von Männern dominierten Berufswelt wird.
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