Jülich - „Girls and Boys Day“: Praktisch sehen, was man studiert

„Girls and Boys Day“: Praktisch sehen, was man studiert

Von: ptj
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Im Reinraum mit Gelblicht: Zweifellos ein attraktives Schnupperangebot am „Girls and Boys“-Day am FH-Campus. Unser Foto zeigt (v.l.) die Schülerinnen Katharina Meiß und Katharina Konopka und Medizintechniker David Rolka in Schutzkleidung. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Wer an der FH studieren will, sollte sich für Mathe, Physik und Chemie erwärmen, am besten für alle drei Studiengänge“. Da war sich das Wissenschaftler-Quartett einig, das am bundesweiten „Girls and Boys Day“ über den Jülicher FH-Campus führte und für interessante Schnupper-Angebote in den Laboren zuständig war.

Rund 30 Interessierte fanden sich ein, darunter nur ein männlicher Schüler. In der Einführungsrunde betonte Diplom-Ingenieurin Ulrike Scholl die Möglichkeit des „sukzessiven Studienaufbaus an der FH“ im Vergleich mit dem Studium an der Universität, wo man „ohne Promotion keine Chance hat“. Ihren Studiengang Chemie und den damit verbundenen Workshop bewarb sie mit den Worten: „Das ganze Leben besteht aus Chemie. Um überhaupt die Wissenschaft zu verstehen, muss man auch ein bisschen Chemie verstehen“.

Wissenschaft zum Anfassen gab es in den am FH-Campus Jülich ansässigen Fachbereichen Chemie/ Biotechnologie, Medizintechnik/ Technomathematik und Energietechnik. Nach der Einführung mit Jochen Goeser über Fachbereiche, Bachelor- und Masterstudiengänge an der FH diente eine Campus-Rallye als Erkundungstour.

Nur Energietechniker Günter Zischke verzichtete mit seinen Teilnehmerinnen auf die Rallye, um ihnen sogleich im Labor für Strahlentechnik mittels einfacher Experimente erste Erfahrungen mit dem Phänomen der natürlichen Radioaktivität in der Umwelt zu bieten. Später überprüften die Schnupperstudierenden experimentarisch das „Hooke‘sche Gesetz“, das elastische Verhalten von Festkörpern beschreibt, und werteten es aus. Abschließend erkannten sie an Hand eines Diagramms den linearen Zusammenhang zwischen Zugkraft und Verlängerung einer Schraubenfeder.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit allen Teilnehmern in der Mensa wurde eine einfache Schaltung unter Aufsicht gelötet und in Betrieb genommen. Ein zweites Beispiel für den Schnuppertag ist das Labor für Chemo-/Biosensorik, wo die Teilnehmerinnen mittels Sensoren etwa den exakten pH-Wert oder die Glucose-Konzentration im Blut zur Dosierung der notwendigen Insulingabe bei Diabetes-mellitus-Patienten bestimmten.

Auch Messungen der Leitfähigkeit, dem „Maß für den Gesamtgehalt gelöster ionischer Stoffe“, wurden in der pH 4-Standardlösung, vollentsalztem Wasser und der Kaliumchlorid-Lösung durchgeführt. Ein Highlight war sicher der Besuch des laboreigenen Reinraums, in dem die Partikelanzahl der Umgebungsluft auf ein Minimum reduziert sein muss, weil ein Mikroprozessor mikroskopisch kleine Transistoren enthält und nichts beeinflusst werden darf.

In Kitteln, mit Plastikhauben auf dem Kopf und Plastiküberziehern an den Füßen, betraten die Teilnehmerinnen durch die Schleuse den in Gelblicht getauchten Reinraum. Gelblicht deshalb, weil es fotochemisch unwirksam beleuchtet. Im Reinraum wird ein pH-Sensor auf Siliziumbasis für sterile Einsatzbedingungen entwickelt.

Insgesamt gesehen schien der „Girls and Boys Day“ auf dem Campus mächtig Eindruck auf seine Teilnehmer gemacht zu haben.

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