„Gigantentreffen“: Musikalisches Kabinettstückchen

Von: hivi
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Die vier Bläser des „German Hornsound“ zusammen mit dem durch das Programm führenden Martin Neubauer brillierten beim Jülicher Schlosskonzert. Foto: Emde

Jülich. Zum Abschluss der Abo-Reihe der Schlosskonzerte erwartete die Zuhörer ein besonderer musikalischer Leckerbissen. „German Hornsound“ gastierte in der Jülicher Schlosskapelle und hatte ein ganz besonderes Programm mitgebracht.

In eine Rahmenhandlung eingebettet wurden Opernfragmente präsentiert, die im Satz für vier Hörner einen besonderen Sound entwickelten. Venedig und das berühmte Caffè Florian sind Ort der Handlung. Bilder aus der Lagunenstadt und aus den Räumen des Cafés wurden auf eine Leinwand projiziert und versetzten in die Stimmung der Leichtigkeit der Stadt am Canale Grande.

Erzählt werden drei Begegnungen der großen Komponisten Richard Wagner und Guiseppe Verdi, die sich in diesem Café heimlich und inkognito trafen, gemeinsam speisten und interessante Gespräche führten. Das Ohr am Gast hatte der inzwischen im Ruhestand lebende Kellner Teodoro. Er plaudert kleine und große Geheimnisse aus, die er als Gesprächsfetzen beim Servieren mitbekommen hat.

Mit großer Schauspielkunst und durchaus glaubhaft stellt Martin Neubauer diesen Teodoro dar, den dienstbaren Geist, der unbemerkt zuhören konnte und nun aus seinen Aufzeichnungen das Bild des Mannes und Komponisten Richard Wagner und seines Vertrauten Guiseppe Verdi zeichnet.

Diese fiktiven Gespräche wurden durch passende Auszüge aus Opern der beiden Komponisten zum musikalisch-literarischen Gesamtkonzept. Es entstand ein kurzweiliges Spiel, das ein Bild der Zeit und der beiden großen Komponisten zeichnete. Charakterzüge wurden auf humorvolle Art herausgearbeitet. Aber auch von kulinarischen Vorlieben Wagners und Verdis erfuhr der Zuhörer.

In Zusammenarbeit der Musiker des Hornquartettes mit dem Schriftsteller Hermann Rosendorfer und dem Dramaturgen Karl-Dietrich Gräwe entstand dieses Projekt. Neben Auszüge aus Wagners „Holländer“, „Lohengrin“, „Meistersinger“, „Tannhäuser“, „Parsifal“ und dem „Siegfried Idyll“ erklangen auch die schönsten Melodien aus Verdis Requiem und seinen Opern „La Traviata“, „Aida“, „Rigoletto“, „Otello“ und „Don Carlos“.

Die Musiker erwiesen sich wahre Meister ihres Fachs. Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger musizierten perfekt im Zusammenspiel und in vollendeter Klangschönheit. Interessant war die intensive Begegnung mit dem Waldhorn. Die Instrumente wurden in ihrem gesamten Facettenreichtum genutzt. Virtuos wurden die Klangfarben des Instrumentes eingesetzt. So gelangen die leisen zarten Passagen aus „La Traviata“ ebenso virtuos wie die vollen lauttönenden beim „Fliegenden Holländer“.

Die charmant vorgetragenen Texte wurden ergänzt durch die klangvolle Musik, die die Handlung weiterführte und in die nächste Szene überleitete. Die Zuhörer konnten in bekannten Melodien schwelgen, die in dieser Besetzung von besonderem Flair waren. Sie folgten diesem Gesamtkunstwerk begeistert und mit großer Aufmerksamkeit.

Es war ein unterhaltsamer und gehaltvoller letzter Konzertabend, der von den Zuhörern sichtlich genossen und voll angenommen wurde. Großer Applaus war den Musikern und dem Schauspieler sicher.

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