Inden - Giftpflanze des Jahres: Herkules ist im Indebett heimisch

Giftpflanze des Jahres: Herkules ist im Indebett heimisch

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Sie überragt die übrigen Pflanzen und verdrängt sie: Die Herkulesstaude ist ein rabiater und gefährlicher Einwanderer.

Inden. Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen aus Inden verbanden einen ausgiebigen Spaziergang mit einer Ortsbesichtigung entlang der Inde. Hierbei stellten sie fest, dass sich an verschiedenen Stellen im Uferbereich der Inde die Herkulesstaude ausgebreitet hat.

Bei der markanten Staude handelt es sich um eine zwei- bis mehrjährige krautartige, weiß blühende Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu vier Metern erreichen kann. Sie stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, wurde im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt und breitet sich nun auch leider in unserer Region immer stärker aus.

So entdeckten Bündnis 90/ Die Grünen aus Inden die Pflanze unter anderem entlang der Inde bei Frenz, Lamersdorf und an der Indemündung zur Rur. Hier machten sie sogar ein etwa 60 x 25 m großes Gebiet aus, in dem sich die Staude ausgebreitet hat. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Sandbank, die im Sommer gerne von Kindern, Jugendlichen und Familien zum Baden, Picknicken oder Grillen aufgesucht wird.

Die Herkulesstaude vermehrt sich mit bis zu 50.000 Samen pro Pflanze über die Luft oder durch das Gewässer. So wundert es nicht, dass die Inde mit ihren Überschwemmungsgebieten ein gutes Verbreitungsmedium ist. Und auch die zum Teil heftigen Staubstürme durch den Tagebau Inden tun das Ihrige dazu.

Im Jahr 2008 wurde die Herkulesstaude zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Die Gefahren für den Menschen sind nämlich nicht zu unterschätzen. Bei Hautkontakt und Bestrahlung durch Sonnenlicht bilden sich Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen oder auch Wiesendermatitis, die sich durch entzündliche, schmerzhafte Blasenbildung äußert.

Hierbei können Verbrennungen des ersten und zweiten Grades entstehen. Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschock können die Folge sein. Selbst der Aufenthalt in unmittelbarer Nähe dieser Pflanze kann Atemnot und akute Bronchitis hervorrufen, da an heißen Tagen giftige Furanocumarine an die Umgebung abgegeben werden. Insbesondere Kinder sind gefährdet. Nach Verwendung der Stängel als Schwerter oder Blasrohre (was für Kinder faszinierend ist), mussten bereits Kinder stationär im Krankenhaus behandelt werden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Landwirtschaftskammer NRW beim Umgang mit dieser Pflanze das Tragen von Schutzkleidung, Handschuhen, Sichtbrille und eventuell auch Atemschutz empfiehlt.

Ausrotten lässt sich die Pflanze indes nicht durch einfaches Mähen oder Wegschneiden. Man muss im wahrsten Sinne des Wortes an die Wurzel des Übels gehen. Es gibt noch andere Methoden, die kostenintensiv, zum Teil gefährlich und arbeitsintensiv sind. Ausführliche Informationen hierzu kann man den „Informationen zur Bekämpfung der Herkulesstaude” der Landwirtschaftskammer NRW entnehmen.

Die Staude wurzelt nicht tief, so dass sie keine böschungsbefestigende Wirkung hat. Allerdings verdrängt sie mit Leichtigkeit die örtliche Vegetation.

Fazit: Durch die Herkulesstaude besteht ein großes Gesundheitsrisiko für die Menschen, die Artenvielfalt der einheimischen Flora wird beeinträchtigt und zurückgedrängt und der Ertrag der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen kann gemindert werden.

Dies alles sind für Bündnis 90/Die Grünen in Inden Gründe, die Verantwortlichen der betroffenen Gebiete (RWE, WVER) in einem Brief zur Bekämpfung dieser Pflanze aufzufordern.
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