Gibt es bald Solarstrom von der Merscher Höhe?

Letzte Aktualisierung:
Längst verschrottet: Bis zu
Längst verschrottet: Bis zu 100 Meter hoch waren die Sendemasten auf der Merscher Höhe. In bis zu 50 Kilometern Entfernung waren die Funkfeuer der Jülicher Wahrzeichen zu sehen. Foto: hfs.

Jülich. Wird künftig Solarstrom auf der Merscher Höhe erzeugt. Und entsteht dort auch ein neues Gewerbegebiet? Der Eigentümer der Y-förmigen Fläche, die etwa 45 Hektar groß ist, hat beantragt, dort eine Photovoltaikanlage zu errichten.

Darüber wird der Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses der Stadt Jülich am Donnerstag, 9. Februar, ab 18 Uhr m großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses beraten. Auf den beiden Schenkeln des Y, die Richtung Autobahn A 44 liegen, sollen Solarmodule installiert werden, auf dem Schenkel, der an den Campus der Fachhochschule grenzt, sollen sich Unternehmen ansiedelln können.

Gutachten erforderlich

Um die Merscher Höhe aber derart nutzen zu können, muss die Stadt die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Die Bezirksregierung hat, aber, so die Stadtverwaltung, zur Bedingung gemacht, dass dann der im Süden der Kernstadt im Entwurf des Flächennutzungsplanes von 1976 als Gewerbefläche vorgesehene Bereich nicht weiter entwickelt wird und Freiraum bleibt.

Hierbei handelt es sich um Flächen, die im Entwurf des Flächennutzungsplanes von 1976 als Gewerbeflächen vorgesehen waren, jedoch nicht im Flächennutzungsplan dargestellt wurden. Ausgenommen hiervon sind Flächen, für die bereits rechtskräftige Bebauungspläne existieren oder notwendige Erweiterungsmöglichkeiten für bestehende Betriebe darstellen.

Zugleich muss bei der regionalen Entwicklungsgesellschaft AGIT, Aachen, ein Gutachten eingeholt werden, dass nachweist, dass ein weiterer Flächenbedarf für Jülich besteht und dieser im interkommunalen Konsens darzustellen ist. Nach Angaben von Frank Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich mbH & Co. KG, ist Gewerbefläche im Stadtgebiet äußerst knapp. Im Gewerbegebiet Königskamp II sind noch etwa 4000 Quadratmeter verfügbar, für die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln, Interesse zeigt.

Das DLR hat das solarthermische Turmkraftwerk von den Stadtwerken Jülich übernommen. Das neue DLR-Institut für Solarforschung baut den Solarturmzu einer Großversuchsanlage aus. Am Institut entwickeln die Wissenschaftler neue Komponenten für Solarkraftwerke von den ersten Grundlagen bis zur Pilotanlage. Vor allem am Standort Jülich sollen die Forscher in Zukunft neue Komponenten unter Kraftwerksbedingungen testen.

Zunächst Freizeitpark geplant

Zunächst hatte der Käufer der Merscher Höhe geplant, inmitten des parkähnlichen Baumbestands einen Freizeitpark zu errichten. Dieser sollte ein Hotel, eine Erlebnisgastronomie, Sport- und Spielstätten sowie einen „Premium-Campingplatz” mit Ferienhäusern und Wohnmobilen sowie einen Badesee umfassen. Zudem sollte eingedenk der Tatsache, dass dort Jahrzehnte lang das Kurzwellenzentrum der Deutschen Welle in Betrieb war, ein Rundfunkmuseum entstehen. Dies stieß im Rathaus auf wenig Gegenliebe. Man fürchtete offenbar Konkurrenz für den Brückenkopf-Park, der derzeit durch den Bau des Jugendgästehauses eine touristische Aufwertung erfährt.

Mittlerweile sind die 34 Sendemasten, die als weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt galten, allesamt verschrottet worden, obwohl zwei zunächst als Technik-Denkmäler erhalten werden sollten. Mehr als 1200 Tonnen Stahl wurden unter dem Strich verwertet.

Damit zeugt - außer den Betriebsgebäuden - nichts mehr mehr von der Deutschen Welle, die hier von 1956 bis 1996 auf der Anlage der damaligen Deutschen Bundespost ihre Programme gesendet hat.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert