Gewerkschaftsbund: Soziale Verbesserung erkämpfen

Von: Burkhard Giesen
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Kreisvorsitzender Heinz Peltzer (links) und die Gewerkschaftssekretäre Ann-Katrin Steibert sowie Ralf Woelk laden zur zentralen Kundgebung am Tag der Arbeit nach Düren ein. Für sie steht eine Diskussion um die Qualität von Arbeit im Mittelpunkt aller Forderungen. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Rückenwind, sagt DGB-Gewerkschaftssekretär Ralf Woelk, verspüre man derzeit nicht nur bei den Streiks, sondern auch bei der Durchsetzung von politischen Forderungen. Das und der Umstand, dass Gewerkschaften seit 125 Jahren zum Tag der Arbeit am 1. Mai für die Rechte der arbeitenden Menschen demonstrieren, führt zu mehr Selbstbewusstsein: „Wir haben in der Vergangenheit viele Abwehrkämpfe geführt und die soziale Absicherung der Menschen verteidigt.“

Jetzt, so Woelk weiter, sei die Zeit, „die Qualität der Arbeitsverhältnisse zu diskutieren“. Dementsprechend lautet das Motto für die zentrale Mai-Kundgebung für den Kreis Düren auch „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“

Nach der Einführung des Mindestlohnes stehen zum Beispiel Arbeitszeitfragen für die Gewerkschafter wieder im Mittelpunkt – etwa wenn Eisenbahner dafür kämpfen, künftig statt 39 bald 38 Stunden wöchentlich zu arbeiten.

Nicht rückwärtsgewandt agieren

„Wir dürfen nicht nur rückwärtsgewandt agieren, sondern müssen uns offensiv für eine soziale Verbesserung einsetzen“, formuliert Woelk, der ein weiteres Beispiel parat hat, wo Gewerkschaften sich für die Stärkung von Mitarbeiterrechten einsetzen: „Unser Betriebsverfassungsgesetz ist in einzelnen Bereichen veraltet. Es berücksichtigt zum Beispiel nicht die Situation von Leiharbeitern.“ Die, so Woelk, könnten an Betriebsratswahlen nicht beteiligt werden, seien aber oft wesentlicher Bestandteil in einem Unternehmen.

Auch die oftmals tarifliche Drei-Klassengesellschaft von Stammbeschäftigten, Leiharbeitern und Beschäftigten mit Werksverträgen müsse ein Ende haben. Welche Bedeutung Betriebsratswahlen haben, macht Woelk mit einem simplen Ausflug in die Politik deutlich: „Bei der Betriebsratswahl ist die Beteiligung höher, als bei Kommunalwahlen!“

Rund 22.000 Mitglieder vertritt der DGB allein im Kreis Düren. Nicht nur die sind aufgefordert, sich an der zentralen Kundgebung in Düren zu beteiligen. Sie beginnt wie gewohnt um 10 Uhr an der Dürener Kuhgasse und zieht dann zum Ahrweilerplatz. Dort ist unter anderem ein Generationengespräch vorgesehen. Gewerkschaftssekretärin Ann-Katrin Steibert: „Wir wollen deutlich machen, was die Gewerkschaften in 125 Jahren durchsetzen konnten, aber auch darüber reden, wie Jung und Alt miteinander arbeiten können, wie junge Menschen von älteren Beschäftigten lernen können. Auf dem Podium mit dabei sind unter anderem „alte“ Gewerkschafter wie Felix Röhlich, aber auch der Gewerkschafter und Landtagsabgeordnete Peter Münstermann, der auch der Frage nachgehen will, wie Arbeit im Kreis Düren nach dem Tagebau gestaltet werden muss.

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