Gevenicher Ehrenmal ist Bürgern seit 60 Jahren ein Anliegen

Von: Kr.
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Bürgermeister Wolfgang Witkopp und Ortsvorsteher Heinz Kieven erinnerten in ihren Ansprachen an die Toten der beiden Weltkriege. Foto: Kròl

Gevenich. Der Gedanke an Tod, Krieg und Verderben wollte so gar nicht zu diesem schönen Herbsttag passen. Und doch hatten sich zahlreiche Gevenicher Bürger an Allerheiligen auf dem Friedhof des Dorfes eingefunden, um nicht nur ihrer Toten zu gedenken, sondern auch der zahllosen gefallenen Soldaten und getöteten Zivilpersonen der beiden Weltkriege.

Nun schon zum 60. Mal fand man sich am Ehrenmal auf dem Friedhof ein, um sich zu erinnern, dass solche Gräuel nicht wieder geschehen.

Durch die Kämpfe an der Rurfront war auch Gevenich stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Doch trotz der Anstrengungen des Wiederaufbaus, Trauer um geliebte Angehörige und finanzieller Not kam schon früh im Dorf der Gedanke auf, ein Ehrenmal zu errichten. Ein Kreuz, so schlug der Gevenicher Bürgermeister Josef Meurer 1952 vor, sollte auf dem Friedhof an die Toten der beiden Weltkriege erinnern. Zur Finanzierung sollte die Jagdpacht herangezogen werden. Dieser Vorschlag scheiterte zunächst, doch bereits im November 1953 stellten 26 Gevenicher Bürger erneut einen Antrag an den Gemeinderat, darunter auch Johann Klüttermann und Johann Flesch, die beide mehrere Söhne im Krieg verloren hatten.

Im Dezember 1953 beschloss der Gevenicher Gemeinderat einstimmig, dieser Anregung zu entsprechen. Man stellte sich die Finanzierung so vor, dass zunächst eine Dorfsammlung abgehalten werden sollte. Am 10. Juni 1954 war der Bauplan für ein Ehrenmal fertig. Einbezogen wurden die sieben Ehrengräber, in denen neben den Soldaten Walter Beth, Kurt Liescher und Fritz Bade auch die Gevenicher Kriegstoten Gertrud Wolf, Josef Klüttermann, Josef Dümmler sowie Anton Heinrichs ruhten.

„Nur hochwertiges Material“

Die Beschreibung des Bauvorhabens, die Manfred Molls in den Archiven fand, lautete: „Die Errichtung ist hinter den Ehrengräbern des kommunalen Friedhofs in Gevenich vorgesehen. Die vorhandene Grünanlage und die sieben Ehrengräber sollen dabei nicht verlegt werden. Der Zugang zum Ehrenmal erfolgt über einen Plattenbelag aus Bruchsteinen. Das Denkmal ist zergliedert in einen mittleren Teil als hochstrebendes Kreuz aus Muschelkalk auf massivem Sockel, der mit Muschelsteinplatten verkleidet ist.

Der linke und rechte Teil dagegen werden aus Bruchsteinmauerwerk errichtet und erhalten auf den Vorderseiten je eine Tafel mit den Namen der Verstorbenen, ebenfalls aus Muschelkalk. Für das Bruchsteinmauerwerk soll nur hochwertiges Material aus den Steinbrüchen von Engelskirchen verwendet werden. Das gleiche Material ist für die Stufen und den Plattenweg zu verwenden.“ Am Volkstrauertag des Jahres 1954 wurde das Ehrenmal unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingesegnet. Sie hatte sich auch bei der Finanzierung stark engagiert. Von den Baukosten in Höhe von 6369 DM erbrachte eine Dorfsammlung 1817 D-Mark.

Auch 60 Jahre nach diesem ersten Totengedenken war festzustellen, dass die Gevenicher Bürger all das nicht vergessen haben. „Wir empfinden Dankbarkeit dafür, dass wir in Frieden leben und uns entwickeln durften. Diese friedliche Situation ist nicht überall auf der Welt gegeben. Es existieren unendlich viele Kriegsherde“, gab Bürgermeister Wolfgang Witkopp zu bedenken. Er erinnerte außerdem an die Geschichte des Ehrenmals, an die Bürger, die damals die Initiative ergriffen, und an die Toten, die in den Ehrengräbern ruhen.

Er dankte allen, die heute noch Sorge um das Ehrenmal tragen. Mittlerweile in die Jahre gekommen, wurde es auf Initiative von Ortsvorsteher Heinz Kieven restauriert. Auch er erinnerte daran, wie wichtig dieses Gedenken sei. Pfarrer Stefan Bäuerle hielt eine Andacht am Ehrenmal und segnete die Gräber.

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