Gevelsdorf - Gevelsdorferin nimmt an der Deutschen Meisterschaft der Floristen teil

Gevelsdorferin nimmt an der Deutschen Meisterschaft der Floristen teil

Von: ptj
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Leidenschaftliche Floristin: NRW-Landesmeisterin Julia Erven aus Gevelsdorf bereitet sich auf die Deutsche Meisterschaft in Berlin vor. Foto: Jagodzinska

Gevelsdorf. „Ich stehe hundertzehnprozentig hinter meiner Kreation. Sie trägt meine Handschrift. Ich verbiege mich nicht.“ Das betont Julia Erven aus Gevelsdorf, die in drei Jahren eilig die Floristen-Karriereleiter hinaufgestiegen ist.

„Die Silberne Rose“ gewann sie im Oktober 2015 im Rahmen der vierten Landesmeisterschaft des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF) in der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens. Damit ist die 26-Jährige amtierende NRW-Landesmeisterin der Floristen.

Genau dieses Ziel hatte die ambitionierte junge Frau benannt, als sie 2014 den ersten Preis im Internationalen Gefäßpflanzenwettbewerb (IPM) in Essen erreichte. Als Trägerin der „Silbernen Rose“ ist sie gleichzeitig für die Deutsche Meisterschaft der Floristen in Berlin nominiert, bei der Repräsentanten aller Bundesländer gegeneinander antreten.

DM am 19. und 20. August

Der nationale Wettstreit, der am 19. und 20. August in den „Potsdamer Platz Arkaden“ in Berlin ausgetragen wird, beinhaltet insgesamt fünf Wettbewerbsaufgaben, die die besten Floristen Deutschlands in zwei Tagen live vor Publikum zu bewältigen haben. In Anlehnung an die Olympischen Spiele lautet das Motto der 31. Deutschen Meisterschaft „Feuer und Flamme für Rio“. Veranstalter sind der FDF in Kooperation mit der Fleurop AG.

Eine zertifizierte Fachjury wird die kreative, florale Inszenierungspracht bewerten. Die erste Wettbewerbsarbeit ist ein Raumschmuck zum Trendthema „More is More“, zu fertigen innerhalb von zwei Stunden. 90 Minuten Zeit bleibt den Wettbewerbern für die zweite und dritte Arbeit, der Tischdekoration „Welcome to Rio“ und der Pflanzung „Trost & Hoffnung“. Ein gebundenes Werkstück wird als vierte Aufgabe gefordert, unter dem Motto „Rio rockt – Siegerstrauß für den Lieblingsathleten“. Dieser muss in 60 Minuten geschaffen sein. Als fünfte Arbeit wird eine freie Überraschungsarbeit zum Thema „Auf den Spuren der Antike“ in 90 Minuten erwartet.

Wie bereitet man sich auf einen Wettbewerb mit solchen Ansprüchen vor? „Ich tüftel‘ hier alles aus, überlege mir ein umsetzbares Konzept. Nach vielen krassen Tiefpunkten ist erst heute der Groschen gefallen“, beschreibt Julia das Vorbereitungsprozedere, das „man alleine nicht stemmen kann. Jeder hilft, wo er kann. Mein professionelles Helferchen ist Eva Rick, Deutsche Vizemeisterin 2004 bis 2006“.

Die junge Gevelsdorferin hat sich im Juli selbständig gemacht und die Einliegerwohnung im Hause ihrer Eltern in ein Atelier umfunktioniert. Sie bietet exklusive „Event-Floristik“ auf Bestellung, etwa für Hochzeiten, Erstkommunionen und Firmenfeiern. Ihr Markenzeichen ist die starke Verbindung zur Natur, künstlich wirkende Kreationen mag sie weniger. „Mir ist – auch beim Wettbewerb – das Blumige wirklich wichtig“, sagt sie.

Startkapital für die Deutsche Meisterschaft boten Fleurop und der FDF. Zudem hat Julia „Sponsoren gesammelt“, dazu zählt der Düsseldorfer Großmarkt und der Mönchengladbacher Großhandel „Floristenbedarf Scheulen“. Auch der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen und die Müntzer Schreinerei Ulrich Goebbels haben sich mächtig „ins Zeug gelegt“, um die junge Gevelsdorferin zu unterstützen.

Begleitet von großer Helferschar

Mit einem Transit und einem weiteren Pkw mit Anhänger wird Familie Erven und ihre Helferschar schon zum Aufbau am 18., also einen Tag vor Wettbewerbsbeginn, nach Berlin fahren. Im Gepäck befinden sich „alle Blumen, Vasen und Aufbauten. Wenn es heiß ist, muss noch ein Kühlwagen mit“, sagt die NRW-Meisterin.

Ist sie nervös? „Ja schon, aber durch die Landesmeisterschaft in der Abflughalle Düsseldorf vor Publikum schon sehr gut vorbereitet. Das Schlimmste ist die Neugierde, was machen die anderen“, räumt sie ein.

Wie schätzt Julia ihre Chancen ein? „Ich wünsche mir, unter die ersten Fünf zu kommen, unter die ersten Drei wäre geil. Mit dem ersten Platz rechne ich eigentlich nicht“, gibt sie sich bescheiden.

Ihre ehemalige Chefin, NRW-Landesmeisterin Susanne Schmitt vom „Blumenhaus Hofgarten“ in Düsseldorf, macht der Senkrechtstarterin Hoffnungen: „Wenn es darum geht, ihre gesteckten Ziele zu erreichen, gibt es für Julia Erven kein Halten mehr – dann muss jedes Blümchen gehorchen. Und am Ende sind Farben, Formen und Ausdruck auf den Punkt gebracht.“

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