Linnich - Geteiltes Echo aufs Integrierte Handlungskonzept

Geteiltes Echo aufs Integrierte Handlungskonzept

Von: ptj
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Rege Beteiligung und viel Diskussionbedarf bei der Infoveranstaltung zum Integrierten Handlungskonzept in der Realschule Linnich. Foto: Jagodzinska
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Stehen Rede und Antwort: Fachgutachter Jan Siebenmorgen vom Planungsbüro MWM und Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker.

Linnich. Wie groß das Interesse Linnicher Bürger am förderungswürdigen Integrierten Handlungskonzept (IHK) ist, zeigte die rege Beteiligung bei der zweiten Informationsveranstaltung in der Realschule, die mit 160 Personen mehr als doppelt so gut besucht war wie die erste.

 Vor der anstehenden politischen Beratung und Beschlussfassung stellte Fachgutachter Jan Siebenmorgen vom MWM-Planungsbüro über eine Stunde lang das weiterentwickelte Verkehrskonzept und die darauf aufbauende Stadtbildverbesserung vor und betonte, bislang seien „keine politischen Beschlüsse verabschiedet“. Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, die souverän die Feuerprobe ihres ersten öffentlichen Auftritts im neuen Amt bestand, ergänzte: „Dafür braucht es nicht nur ein Konzept. Wir müssen Fördermittel generieren und brauchen ganz viel Mut und ganz viel Diskussion“. Die fehlte im Anschluss allerdings wirklich nicht.

Erstes Ziel aller Beteiligten ist die Reduzierung der Verkehrsbelastung, besonders durch den Schwerlastverkehr im Stadtkern, verbunden mit der Attraktivierung der Bundesstraße 57. Wie schon Bürgerwerkstatt, Bürgerboxen und der Arbeitskreis beraten hatten, bedarf es dazu der Kombination harter und weicher Faktoren. Unter den verschiedensten Varianten einer möglichen Verkehrsberuhigung, darunter auch eine (Straßen)Netztrennung für Lkw/Pkw am Museum, empfahl Siebenmorgen die Variante 2b.

Diese sieht eine Einbahnstraße am Musem Richtung Rurquerung und Zweirichtungsverkehre in der Kirchstraße und in der Mäusgasse vor, letztere mit mehreren Verkehrsberuhigungselementen. Gewonnen würde damit eine stadtverträgliche Verkehrsstärke mit Aufenthaltsmöglichkeiten entlang der Straße. Die Erreichbarkeit des Stadtkerns für alle Ortschaften sei sichergestellt, die Verkehrssicherheit für Fuß- und Radverkehr erhöht und die städtebauliche Entwicklung profitiere davon.

Detailreich stellte der Fachberater Beispiele für Umgestaltungs- und Gliederungsmaßnahmen im Straßenraum und mögliche Neuansiedlungen von Einzelhandel, Gastronomie und zentrumsrelevanten Dienstleistungsnutzungen zur Steigerung der Kunden-Frequenz vor. Dazu zählten auch ein integratives Stadthotel mit Gastronomie in der Neuen Mitte am „Place de Lesquin“ oder multifunktionale Freizeitbereiche an der Rur.

Weitere Ziele des IHK seien die Aufwertung und Inszenierung des Brückenbauwerks am Stadteingang Nord-Ost, der Baulückenschluss, die Neuansiedlung eines Magnetbetreibers, erweiterte Wohnangebote, Leerstandsmanagment und Fassadenverbesserungen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 18,3 Millionen Euro, wobei der Eigenanteil der Stadt zirka 8,1, Millionen beträgt. Beantragte Fördermittel umfassen eine Größenordnung von knapp zehn Millionen Euro.

Die oft spontan beklatschten Meinungsäußerungen in der anschließenden Diskussion lassen sich grob in drei Lager gliedern:

„Wer glaubt denn, dass Linnich eine Einkaufsstadt wird? Passen diese schönen Visionen für Millionenbeträge überhaupt zu Linnich?“ ereiferte sich ein Zuhörer und hinterfragte die Gegensätze, zunächst mehr Leute in die „Neue Mitte“ Linnichs reinzuholen und gleichzeitig den Verkehr rausziehen zu wollen. „Schockiert“ von solcherlei Äußerungen zeigte sich hingegen ein Neubürger, der gerade deswegen nach Linnich gezogen sei, weil er „die Potenziale gesehen“ habe.

Das dritte Lager sieht ein, dass nur für ein tragfähiges Integriertes Handlungskonzept Fördergelder vergeben werden. „Die acht Millionen müssten wir sowieso bezahlen, sonst geht Linnich den Bach runter“, ist ihnen klar. Da erst Ende Dezember die Förderanträge abgegeben werden und Baumaßnahmen ab Sommer 2016 starten würden, ist weiterhin ein „Plan B“ notwendig.

Schunck-Zenker und Siebenmorgen dankten für die rege Teilnahme und baten um weitere Anregungen. Auf Wunsch würden auch gerne wieder Bürgerboxen aufgestellt, das Bürgermeisterbüro stehe jedem offen.

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