Gesundheit im Gespräch: Breitseite gegen Chemotherapie

Von: Kr.
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Helga Maschke (3.v.l.) und ihr Beraterteam mit dem Referent des Abends, Prof. Dr. Hans Bojar (r.). Foto: Kròl

Jülich. Neben der Begleitung und Beratung von Krebspatienten und ihren Angehörigen ist Information zu aktuellen Gesundheitsthemen ein weiterer Bereich, in dem der Verein „Sonnenweg“ Jülich tätig ist. Deshalb laden die Vorsitzende Helga Maschke und ihr Beraterteam regelmäßig zu Informationsveranstaltungen unter dem Titel „Gesundheit im Gespräch“, bei denen bekannte Referenten Rede und Antwort stehen.

Ins Jufa Jülich, dem Jugend-Familiengästehaus, hatte der Verein wieder eingeladen, um von Prof. Dr. Hans Bojar von der nextGenonoclogyGroup Näheres über neue Behandlungsmethoden vor allem bei Brustkrebs zu erfahren. Er zitierte, nachdem Helga Maschke die Anwesenden begrüßt hatte, zunächst einmal seinen Arztkollegen Prof. Dr. P. Gruss. „30 bis 80 Prozent der Patienten haben keinen Nutzen von ihren Medikamenten“, hat er in einem Ärzteblatt geschrieben, denn viele erhalten einfach nicht, die für sie geeigneten Medikamente.

Dies gilt auch bei Krebserkrankungen, wo, so Bojar, die Onkologen immer noch den sicheren Weg ohne Risiko einschlagen und eine Chemotherapie verordnen. „Das ist eine Schrotschusstherapie, und die Chemotherapie befindet sich auf dem absteigenden Ast“, erklärte er.

So wollte er seine Zuhörer mitnehmen auf eine Reise in die Zukunft, bei der die Behandlung auf zielgerichteten Medikamenten beruht. Dazu aber, so betonte er, brauche es auch einen Patienten, der das Tempo vorgibt, denn die Fortschritte in der Medizin kommen nur langsam voran. So sah er die Zukunft in der Behandlung von Krebspatienten vor allem in der Molekularbiologischen Therapie und in der Immuntherapie.

Ausführlich legte er dar, was im Körper und in den Krebszellen passiert. „Die stärkste Nebenwirkung von Medikamenten ist, dass sie nicht wirken“, erklärte er. Tumore seien so individuell wie Fingerabdrücke, deshalb seien spezielle molekularbiologische Tests angebracht, um eine Chemotherapie gezielt zu gestalten. In seinem Institut werden solche Tests entwickelt und durchgeführt.

Mittlerweile verfüge man dort über umfangreiche Datenbanken, mit denen weiter gearbeitet werden und gezielte Therapien entwickelt werden können. Er stellte die Tests im Einzelnen vor, durch die die Tumorzellen identifiziert und bewusst angegangen werden. Diese Information werden auch für die Immuntherapie benötigt, die Hilfe zur Selbsthilfe bieten soll. Durch einen speziellen Impfstoff soll dabei verhindert werden, dass die so genannten Killerbakterien, die den Krebs bekämpfen sollen, durch die Tumorzelle abgetötet werden.

Er schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis: „Sie müssen dem Arzt zeigen, wo es lang geht , und sich nicht stumpf irgendwelchen Therapien unterwerfen“. Seiner Meinung nach werde gerade an Chemotherapien viel Geld verdient. Deshalb sei auch der Anreiz nur gering, an Alternativen zu arbeiten. Um in den Vorteil von neuen Therapien zu gelangen, müsse man sich selbst bemühen erklärte er.

Deshalb, so betonte Helga Maschke würde sie auch solche Veranstaltungen anbieten und ihr Verein stehe da gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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