Gesperrte Obstwiese: Ein Ort der Ruhe für den Steinkauz

Von: Guido Jansen
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Ein Steinkauzweibchen sitzt mit ihren drei Jungen in einem Nisthilfekasten in einem Apfelbaum. Die besten Bedingungen findet der Steinkauz heute am Unteren Niederrhein Foto: Horst Ossinger, dpa
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Bürgermeister Jörn Langefeld (v.l.) und die Gemeinde-Mitarbeiter Pia Ristorf und René Schulz weisen auf das Steinkauz-Schild hin. Foto: Jansen

Kreis Düren/Inden. Der Kreis Düren ist eine der letzten Hochburgen für den stark bedrohten Steinkauz. Das sagt Doris Siehoff, Expertin für Steinkauz-Fragen im Dürener Kreisverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Seit Jahren beobachtet sie, wie sich die Population des Athene noctua entwickelt, so der lateinische Fachbegriff für die Eule.

„In der niederrheinischen Bucht, also in den Kreisen Heinsberg, Düren und Euskirchen, finden wir noch eine einigermaßen stabile Population“, sagte Siehoff. Beruhigend sei das nicht, zu Beginn dieses Jahrtausends sei der Bestand stark zurückgegangen. „Erst seit 2010 stabilisieren sich die Zahlen“, schilderte Siehoff ihre Beobachtungen.

Trotzdem sei es ein ständiges Ringen, um den als „streng geschützt“ eingestuften Vogel vor dem Aussterben zu bewahren. Das Problem ist das Verschwinden von Nistplätzen. Steinkäuze nisten in Obstbäumen, die auf einigermaßen kurz gemähten, aber ansonsten beruhigt liegenden Obstwiesen stehen. „Viele alte Obstbäume brechen ein. Damit verliert der Steilkauz seine natürliche Bruthöhle.“

Der anderen Grund ist das Verschwinden der Obstwiesen, die Baugebieten, Straßenbauprojekten oder Tagebauen zum Opfer fallen. „In Inden hat es wegen des Tagebaus in den vergangenen Jahren große Verluste gegeben“, berichtet Siehoff. „15 bis 20 Paare sind weggebaggert worden.“ Neben Nideggen ist Inden eine der Kommunen im Kreis, in denen Siehoff noch intakte Steinkauz-Populationen registriert hat.

Die Gemeinde Inden ist bemüht, gegenzusteuern gegen das Verschwinden des Lebensraums für die Eule. Am Donnerstag hat Bürgermeister Jörn Langefeld Hinweistafeln vorgestellt, die die Gemeinde an den Zugangspunkten für eine Streuobstwiese neben einem Neubaugebiet in Inden/Altdorf angebracht hat.

„Voraussetzung für das Neubaugebiet war damals, das wir ein neues Habitat für den Steinkauz schaffen“, erklärte Langefeld die Ursache für das Anlegen der Streuobstwiese am Rand des Neubaugebiets. „Allerdings ist diese Wiese mittlerweile zu einem beliebten Gebiet geworden, durch das man durchgeht und die Hunde frei laufen lässt. Das stört die Steinkäuze“, sagte Langefeld.

Und deswegen weisen jetzt Schilder darauf hin, dass die Wiese, die alle sieben bis zehn Tage von der Gemeinde gemäht wird, ansonsten nicht betreten werden soll. Das störe die Steinkäuze und könnte sogar zu einer Gefahr werden. „Die Jungtiere verlassen das Nest und flattern dann ins Gras. Da sind sie natürlich eine leichte Beute für Hunde“, sagte Siehoff.

Eine weitere Ausgleichsfläche muss die Gemeinde Inden schaffen, wenn der Frenzer Sportplatz zum Baugebiet wird. Dort nisten ebenfalls Steinkäuze. Als weitere Gebiete zählte Siehoff das Umfeld des Indemanns sowie Schophoven auf.

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