Gesperrt: Der Kunstrasenplatz in Koslar macht Probleme

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
6252986.jpg
Problemfall Granulat: Statt sich feinkörnig auf dem Platz zu verteilen, verklumpt es in Koslar und bereitet großen Ärger. Foto: imago/Ulmer
6252300.jpg
Fest verschlossen: Der Koslarer Sportplatz ist bis auf weiteres gesperrt. Foto: hfs.

Koslar. Die grünen Stahlgittertore sind verschlossen, auf dem Koslarer Kunstrasenplatz herrscht gähnende Leere. Nein, fußballmüde sind die Kids, die sich ansonsten jeden Nachmittag auf dem Platz tummeln, nicht. Aber sie dürfen einfach nicht, bis auf weiteres ist der Platz gesperrt.

Der Grund ist das eingebrachte Granulat, das Schwierigkeiten macht, weil es verklumpt. Wie eine dicke Masse pappt es an den Fußballschuhen und sorgt nun dafür, dass insgesamt 14 Mannschaften der Viktoria Hilfe brauchen. Die bekommen sie beim Nachbarn, dem SV Jülich 1912, der seine beiden Plätze für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung stellt.

„Gut Ding braucht Weile.“ Diese Worte brauchte im Mai 2008 der damalige Vorsitzende der Viktoria, Theo Meurer. Damals wurde zur Tat geschritten, erfolgte der Spatenstich zum ersten Kunstrasenplatz im Nordkreis. So verfügte die Viktoria ab August des gleichen Jahres über ein Schmuckstück in der neuen Sportanlage mit dem prächtigen Vereinsheim, doch damit ist vorerst Schluss.

Spielbetrieb untersagt

Jeglicher Spielbetrieb ist von der Stadt Jülich untersagt worden. Wie lange, darüber hüllen sich die zuständigen Stellen in Schweigen. „Fakt ist, dass noch nicht endgültig entschieden ist, was jetzt passiert“, sagt Viktoria-Geschäftsführer Armin Wolff. Das Granulat, das regelmäßig in den Kunstrasen eingebracht werden muss, machte seit der Eröffnung keine Schwierigkeiten. „Wir hatten nie Probleme, die sind erst in den letzten Wochen aufgetaucht“, kennt Wolff die Ursache nicht. „Obwohl sich die Stadt direkt bemüht, bisher alles unternommen hat, damit wir so schnell wie möglich wieder spielen können.“

Doch noch zeichnet sich nicht ab, wie lang die Zwangspause anhalten wird. Denn das Phänomen der Verklumpung des aus synthetischem Kautschuk bestehenden Granulats ist nicht nur in Koslar aufgetaucht, sondern auf Plätzen in ganz Deutschland. Betroffen sei auch ein Trainingsplatz von Borussia Dortmund, heißt es. Ob die große Hitze in den Sommermonaten schuld ist oder ein Materialfehler vorliegt, muss geklärt werden. „Es geht schlicht und einfach um die Haftungsfrage“, betont Wolff.

Normalerweise beträgt die Gewährleistungsdauer vier Jahre. Die sind abgelaufen. Stefan Sistemich vom Tiefbauamt der Stadt Jülich bekräftigt, „dass wir so schnell wie möglich das Granulat austauschen werden. Aber zuerst einmal muss geklärt werden, wer das bezahlt“.

Vergleicht man andere betroffenen Plätze, auf denen sich ebenfalls dicke grüne Klumpen nach dem Abkratzen der Schuhsohlen bemerkbar machten, dann wurden Austauschkosten von rund 50.000 Euro genannt. „Über Summen können wir nicht sprechen, fest steht nur, dass das Granulat aus dem Kunstrasenbelag herausgesaugt werden muss, was eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt“, schildert Sistemich das Verfahren.

Danach muss neues Granulat eingearbeitet werden, wobei man davon ausgeht, dass es rund 14 Tage dauern wird, ehe der Austausch über die Bühne gegangen, der Platz wieder hergerichtet ist. Schließlich müssen rund 40 Tonnen Granulat auf der circa 7750 Quadratmeter großen Fläche eingearbeitet werden. „Für uns ist die momentane Situation äußerst schlecht, schließlich entgehen uns auch Einnahmen“, nennt Geschäftsführer Armin Wolff eine weitere negative Seite. Er lobt gleichzeitig die Nachbarschaftshilfe, die dem Verein von den „Zwölfern“ gewährt wird. „Dies muss man dem SV ganz besonders hoch anrechnen“, dankt Wolff schon vorab.

So wird der Spielbetrieb der Viktoria aus Koslar vorläufig in Jülich, einen Steinwurf entfernt vom Kunstrasenplatz, über die Bühne gehen. Zudem wird für den Trainingsbetrieb, vorwiegend der Jugendmannschaften, der Platz in Merzenhausen benutzt. „Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich unsere Anlage wieder nutzen können“, blickt der Geschäftsführer optimistisch nach vorn.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert