Geschwächter Gegner für den TTC Indeland nur Punktelieferant

Von: Jörg Sauer
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Lauric Jean (r.) und Ewout Oostwouder eröffneten das Punktesammeln gegen den personell arg gebeutelten Revierverein Ruhrstadt Herne. Foto: Archiv Kròl

Jülich. Als am Freitag die Nachricht vom Herner Lazarett in Jülich die Runde machte, war allen Beteiligten klar: Wenn man den Worten des Ruhrstadt-Managers Arthur Schemp Glauben schenken darf, kommt für den TTC Indeland Jülich beim Schlusslicht nur ein Blitzsieg in Frage.

Gemäß aller Erwartungen siegten die Jülicher in rekordverdächtigen 90 Minuten mit 6:0 bei den dezimierten Kellerkindern von Ruhrstadt Herne und greifen nun sogar wieder nach dem Meistertitel in der 2. Tischtennis-Bundesliga.

„Die enge Tabellenkonstellation in der 2. Liga ist für den gesamten Profisport in Deutschland ein absolutes Novum. Noch nie war eine Liga so spannend wie diese. Auch wenn der Sieg in Herne uns leicht von der Hand ging, sind die beiden Punkte für uns enorm wichtig. Wir sprechen ab sofort wieder ein ernstes Wort um die Titelvergabe mit“, kommentierte TTC-Boss Arnold Beginn.

In der Tat: Die 2. Liga ist an Brisanz nicht zu überbieten. Nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer beginnen die Abstiegsplätze. Jülich rangiert einen Punkt hinter dem Primus, mit sechs punktgleichen Teams, auf Rang sechs der Tabelle und könnte mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen Ober-Erlenbach sogar den Gipfel erklimmen.

„Auch wenn das Match in Herne kein Maßstab war, sind meine Jungs momentan in guter Form. Selbst diese Spiele muss man erst mal gewinnen. Ich glaube, dass wir nun um die Titelvergabe mitreden können“, meinte auch TTC-Cheftrainer Miroslav Broda. Noch in der Winterpause jammerten einige Zweckpessimisten im Jülicher Lager, dass der TTC mit dem Klassenerhalt eine schwierige Aufgabe zu lösen hat, nun greifen die „Gipfelstürmer“, nach drei Siegen in Folge, wieder nach den Sternen.

Geschenk

Aber die Geschichte aus Herne ist schnell erzählt: Jean/Oostwouder hatten gegen Gordic/Schindler zunächst etwas Schwierigkeiten, doch ein konzentrierter Kraftakt beim Stand von 7:7 im fünften Satz bescherte dem Jülicher Gespann den Sieg. Mühlbach/Ozawa bekamen den Punkt wegen der verletzungsbedingten Aufgabe von Dragan Subotic geschenkt.

Lauric Jean gewinnt mit leichten Konzentrationsschwächen 3:1 gegen Gordic, während Mühlbach von Subotic das zweite Geschenk dankend annahm. „Ich stand nur zum Einspielen am Tisch und habe zwei Punkte kampflos bekommen. Eigentlich schade, ich hätte lieber gespielt und gewonnen, aber wir nehmen natürlich den leichten Sieg in Herne mit. Wenn sie in Bestbesetzung gespielt hätte, wäre es für uns mit Sicherheit sehr eng geworden“, sagte Kapitän Hermann Mühlbach.

Insgesamt vermisste Herne vier Stammkräfte: Ihr Japaner Izumo fehlte wegen der intensiven Vorbereitung auf die nächsten internationalen Wettbewerbe, Subotic stand im Aufgebot und gab kampflos ab, Adam Szudi und der Iraner Akhlaghpasand fanden wegen ihrer Verletzung erst gar nicht den Weg in die Halle. Die Spieler, die Herne im unteren Paarkreuz aufbot waren Hobbyspieler, die normalerweise irgendwo zwischen Kreisklasse und Bezirksliga um Lorbeeren kämpfen.

Ozawa und Oostwouder lieferten zuschauerorientierten Sport, ließen ihre Gegner „mitspielen“ und vollendete Hernes Kahlschlag gelassen. Hernes Manager Schemp erzählte: „Es ist einfach unglücklich gelaufen. Es fand eigentlich kein sportlicher Wettkampf statt. Aber ich bin zuversichtlich, dass nach der kurzen Ligapause wieder alle Spieler an Bord sind und wir zumindest die ein oder andere Mannschaft etwas ärgern können.“

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