Linnich - Geschichtsverein: Wieder sind in Linnich Stadtplaner am Werk

Geschichtsverein: Wieder sind in Linnich Stadtplaner am Werk

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Ein Trümmerfeld unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg: Im Vordergrund rechts ist die zur Neugestaltung anstehende Rurstraße zu sehen, links die Ruine der Martinuskirche. Foto: Stadtarchiv Linnich

Linnich. Der Geschichtsverein Linnich 1987 präsentiert am Mittwoch, 5. Oktober, um 19 Uhr im Rathaussaal an der Rurdorfer Straße einen Vortrag über die Wiederaufbau-Planung für Linnich nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Städteplaner René von Schöfer.

Große Zeichnungen, Pläne, Akten und Fotos zu Linnichs Wiederaufbau-Planung in den 1950er Jahren aus der Feder des Architekten und Stadtplaners René von Schöfer, der auch in der Nachbarstadt Jülich sehr segensreich gewirkt hat, sind im Linnicher Stadtarchiv erhalten geblieben. Bei diesen großformatigen Zeichnungen, Akten und Fotos handelt es sich um die ältesten überlieferten Pläne für die Bau- und Entwicklungsgeschichte für die Stadt Linnich.

René von Schöfer war Architekt und Stadtplaner, der im Rheinland von 1926 bis zu seinem Tod im Jahre 1954 als Hochschullehrer an der Technischen Hochschule in Aachen und als Planer vorwiegend im ehemaligen Regierungsbezirk Aachen tätig war.

Sein Werk umfasst mit Einfamilienhäusern, Schulen, Rathäusern (z. B. altes Rathaus der Stadt Jülich), Bebauungs- und Leitplänen, Siedlungsbau sowie Bauforschung ein breites Aufgabenspektrum. René von Schöfer, geboren 1883 in Teheran, gestorben 1954 in Aachen, studierte zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs in München Architektur und nahm für das Deutsche Archäologische Institut antike Bauten in Pompei auf.

Während der Weimarer Republik arbeitete er als Assistent von Theodor Fischer und übernahm 1926 den Lehrstuhl für Bauformenlehre an der Technischen Hochschule Aachen. Von dort aus war er als Hochschullehrer, Architekt und Stadtplaner sowohl im Dritten Reich als auch im Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg tätig. Von Schöfer ist im Jülicher Land insbesondere durch seine Wiederaufbauplanung der durch den Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt Jülich bekannt geworden.

Als Referent hat der Geschichtsverein Dipl. Ing. Moritz Wild gewonnen. Moritz Wild wird seit Dezember 2013 von Stiftung Deutscher Architekten im Rahmen eines Promotionsstipendiums unterstützt. Wild, Jahrgang 1982, stammt aus dem Westerwald und hat an der Bauhaus-Universität Weimar Architektur mit dem Schwerpunkt Denkmalpflege und Architekturgeschichte studiert.

Im Rahmen eines Volontariats beim LVR-Amt für Denkmalpflege hat er die vielfältigen Aufgaben eines Denkmalfachamtes und die zahlreichen Aspekte des Denkmalschutzes kennengelernt. Sein berufliches Ziel nach Abschluss seiner Dissertation ist es, als wissenschaftlicher Referent in diesem Bereich tätig zu werden.

Anhand der vorhandenen Archivalien aus dem Linnicher Stadtarchiv und seiner Forschungen im Rahmen seiner Dissertation über René von Schöfer hat Moritz Wild einen Vortrag erarbeitet, der neben der Person von Schöfer besonders auf die Wiederaufbau-Planungen Schöfers für Linnich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eingeht.

Auf der Grundlage des historischen Stadtgrundrisses hat er Linnich mit korrigierter Straßenführung und historisierender Architektur geplant. Der Vortrag mit zahlreichen Zeichnungen und Bildern gibt einen verständlichen und nachvollziehbaren Eindruck der Arbeit des Stadtplaners René von Schöfers am Beispiel der Stadt Linnich. Insbesondere Straßenführungen und Hausbauten, die heute noch in gleicher Form bestehen, lassen sich an diesem Beispiel gut erläutern und erklären.

Der Linnicher Geschichtsverein freut sich auf einen spannenden Vortrag. Durch das durch die Stadt Linnich initiierte Integrierte Handlungskonzept (IHK) und die damit verbundene Stadtkernsanierung steht Linnich wieder vor großen Veränderungen. Vielleicht kann man sich mit diesem Vortrag auf die Veränderungen einstimmen und die Arbeit eines Städteplaners näher kennenlernen.

Der Vortrag ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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